Auf einen Plausch mit OB Ludwig: Oma Elfriede testet erste Besuchs-Box im Altenheim

Chemnitz - Mit Besuchsboxen gegen die Isolation: Besuche in Altenpflegeheimen sind wegen der Kontaktsperre unmöglich. Aber eine Neuheit sorgt für Hoffnung. Im Matthias-Claudius-Haus in Chemnitz können sich Verwandte in drei Besuchskabinen 45 Minuten lang durch eine Plexiglas-Scheibe sehen und unterhalten.

Elfriede Liebscher (92) spricht mit OB Barbara Ludwig (58, SPD, l.) in der Besuchskabine über ihre Zeit im Altenpflegeheim der Stadtmission.
Elfriede Liebscher (92) spricht mit OB Barbara Ludwig (58, SPD, l.) in der Besuchskabine über ihre Zeit im Altenpflegeheim der Stadtmission.  © Ralph Kunz

Nach jedem Besuch werden die Räume desinfiziert. Die 48 Termine pro Woche sind um 15 Minuten zeitversetzt. Kontakt unter Besuchergruppen wird so verhindert. 

Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD) und OB Barbara Ludwig (58, SPD) sprachen gestern bei der Pilot-Projekt-Präsentation mit Heimbewohnerin Elfriede Liebscher (92): "Frau Liebscher hält die Box für eine gute Sache. Dieses Modell ist ein Beispiel dafür, wie das Heimleben schöner wird. Es muss Kontaktmöglichkeit geben", sagte Köpping. 

Auch Parteigenossin Barbara Ludwig findet die Box sinnvoll: "Der Blick nach draußen hilft Bewohnern gegen Sehnsucht und ist gut für die Psyche."

Messe-Unternehmer Hartmut Schäfer (52) wurde von Sozialarbeiterin Jana Rauch auf das Problem aufmerksam gemacht und spendete den Prototyp. 

"Wir haben Reinraum-Material benutzt. Vier weitere Anfragen von Heimen sind schon da. Jetzt wird die Finanzierung geklärt, eine Box kostet ungefähr 4000 Euro."

Unternehmer und Messe-Profi Hartmut Schäfer (52) hat die Besuchs-Box entwickelt und dem Matthias-Claudius-Haus gespendet.
Unternehmer und Messe-Profi Hartmut Schäfer (52) hat die Besuchs-Box entwickelt und dem Matthias-Claudius-Haus gespendet.  © Ralph Kunz

Der Aufbau in der ungenutzten Cafeteria war laut Hausleiter Sven Eisenhauer (42) offiziell nicht genehmigt. Aber Stadtrat Volkmar Zschocke (51, Grüne) half durch Kontakte zum Ministerium.

"Uns kamen auch die Lockerungen vom 20. April entgegen. Diese kreative Lösung wird getestet und hoffentlich ausgebaut."

Titelfoto: Ralph Kunz

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