110 Jahre alt, museumsreif und denkmalgeschützt: Zwei "neue" Bahnhäuschen für Chemnitz

Chemnitz - Tieflader lieferten am Dienstag in Chemnitz zwei historische Bahnsteiggebäude zum Schauplatz Eisenbahn an der Frankenberger Straße.

Tieflader brachten die historischen Holzhäuschen nach Chemnitz.
Tieflader brachten die historischen Holzhäuschen nach Chemnitz.  © Sven Gleisberg

Die rund 110 Jahre alten, denkmalgeschützten Bahnhäuschen aus Holz standen zuletzt am inzwischen nicht mehr genutzten Bahnhof Weißig (bei Riesa) und ergänzen künftig das Museumsangebot in Hilbersdorf.

Projektleiter und Kurator Maximilian Claudius Noack: "Wir bekamen sie gratis, die Bahn bezahlte auch den Transport."

Natürlich müssen die maroden Holzhäuser auf Vordermann gebracht werden. Dazu sucht das Museum noch ehrenamtliche Zimmerleute und andere Handwerker.

Das kleine Häusel (zehn Meter lang) soll am Bahnsteig stehen, das große (20 Meter lang) als Unterkunft am Museums-Spielplatz dienen.

Projektleiter Noack: "Wir sind mit 26,5 Hektar Fläche eines der größten Eisenbahnmuseen Deutschlands"

Die 110 Jahre alten Bahngebäude waren von innen gesichert.
Die 110 Jahre alten Bahngebäude waren von innen gesichert.  © Sven Gleisberg

Der Schauplatz Eisenbahn bekam seinen Namen zur Landesausstellung 2020. Gegründet vor rund 30 Jahren vom Verein Sächsisches Eisenbahnmuseum (180 Mitglieder), wird die Anlage seit Jahren von den Eisenbahnfreunden Richard Hartmann (35 Mitglieder) unterstützt.

Sie wollen eine gemeinnützige Betreibergesellschaft gründen und professionelle Museumsarbeit leisten.

Die Voraussetzungen sind gut, weiß Projektchef Noack: "Wir sind mit 26,5 Hektar Fläche eines der größten Eisenbahnmuseen Deutschlands. Mit Stellwerk, Seilablaufanlage und aktuell rund 50 Lokomotiven inklusive einiger Leihgaben auch eines der bedeutendsten."

Das Eisenbahnmuseum im Chemnitzer Ortsteil Hilbersdorf ist schon 30 Jahre alt.
Das Eisenbahnmuseum im Chemnitzer Ortsteil Hilbersdorf ist schon 30 Jahre alt.  © Maik Börner
Ein Krank hob die alten Bahngebäude auf das Museumsgelände.
Ein Krank hob die alten Bahngebäude auf das Museumsgelände.  © Sven Gleisberg
Stolz auf den neuen Museumsbesitz ist Projektkoordinator Maximilian Claudius Noack (48).
Stolz auf den neuen Museumsbesitz ist Projektkoordinator Maximilian Claudius Noack (48).  © Sven Gleisberg

Der Schauplatz Eisenbahn hofft nun auf eine Förderung des Bundes über 750.000 Euro. "Damit könnten wir Kompetenzzentrum für andere Museumsvereine werden", hofft der Projektleiter.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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