Wochenlang kein Essen und keine Gäste! Wie steht es um unsere Mensen?

Chemnitz - Seit vergangener Woche sind fast alle Mensen der Unis und Fachhochschulen der Region wieder offen - allerdings vorerst im Testlauf mit eingeschränktem Sortiment. Doch die Kantinen kämpfen! Denn obwohl die Mensen wieder geöffnet sind, bleiben die Gäste nahezu aus. 

Die Hauptmensa der TU Chemnitz ist an einem normalen Tag gut gefüllt - jetzt nutzen jeweils nur etwa 150 Studierende pro Tag das Angebot (Archivbild).
Die Hauptmensa der TU Chemnitz ist an einem normalen Tag gut gefüllt - jetzt nutzen jeweils nur etwa 150 Studierende pro Tag das Angebot (Archivbild).  © Sven Gleisberg

Auch die Hauptmensa der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße hat seit 18. Mai - nach zweimonatiger Schließung - wieder offen. Doch der gewohnte Ansturm blieb aus. 

Normalerweise verkaufen die Mensen und Cafeterien der TU Chemnitz am Tag durchschnittlich 2600 Portionen - aktuell sind es etwas über 200 Portionen pro Tag. 

Das Problem: An der Uni findet in diesem Jahr ein digitales Semester statt. Studenten und Studentinnen bleiben zu Hause, haben Online-Vorlesungen. Auch die Hochschulbediensteten befinden sich großteils im Homeoffice. 

"Wir gehen deshalb davon aus, dass sich die Umsatzzahlen unserer Kantinen auch im weiteren Verlauf des Semesters nur auf einen Bruchteil dessen belaufen werden, was sonst üblicherweise verkauft wird", teilt das Studentenwerk auf Anfrage von TAG24 mit. 

"Gleichzeitig haben wir höhere Kosten, da die Umsetzung der Hygieneauflagen mit erhöhtem Personal- und Sachaufwand verbunden ist. Das finanzielle Ausmaß ist momentan noch nicht abschließend einzuschätzen, auch ist derzeit für niemanden absehbar, wie lange es dauern wird, bis die Hochschulen und damit auch unsere Mensen und Cafeterien wieder in einen Normalbetrieb zurückkehren werden."

Am Montag (25. Mai) soll auch die Mensa in der Straße der Nationen schrittweise wieder öffnen. "Wir freuen uns sehr darauf, auch diese Einrichtung wieder in Betrieb zu nehmen", so die Pressesprecherin des Studentenwerks Chemnitz/Zwickau.

Die Hauptmensa der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße hat seit dem 18. Mai wieder offen (Archivbild).
Die Hauptmensa der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße hat seit dem 18. Mai wieder offen (Archivbild).  © Kristin Schmidt
Mehrere Wochen waren die Mensen der Region geschlossen (Symbolbild).
Mehrere Wochen waren die Mensen der Region geschlossen (Symbolbild).  © 123rf/foottoo

Dramatische Zahlen in Freiberg und Mittweida: Umsatz der Mensen um etwa 90 Prozent eingebrochen!

Die Mensa der Hochschule Mittweida ist seit dem 18. Mai wieder geöffnet. Aber auch hier rechnet das Studentenwerk mit massiven Umsatzeinbrüchen.
Die Mensa der Hochschule Mittweida ist seit dem 18. Mai wieder geöffnet. Aber auch hier rechnet das Studentenwerk mit massiven Umsatzeinbrüchen.  © Klaus Jedlicka

Auch die Mensen in Mittweida und Freiberg sind seit dem 18. Mai mit eingeschränkten Angebot wieder offen. Doch auch hier sind die Umsätze enorm eingebrochen. 

Zur Zeit der Schließung brach der Umsatz komplett weg. "Ausgehend vom Tag der ersten Öffnung schätzen wir, dass sich der Umsatz bei 7-10 Prozent dessen bewegt, was unter normalen Umständen zu erwarten ist", so ein Sprecher des Studentenwerks Freiberg.

Denn auch in Mittweida und Freiberg gibt es aktuell digitale Semester - somit dürften viele Studenten und Studentinnen gar nicht erst in die Städte gereist sein. 

Damit es nicht zum großen Mensa-Sterben kommt, seien seitens der Landesregierung finanzielle Mittel zur Kompensation der Kosten, welche durch die Schließung nicht erwirtschaftet werden konnten, in Aussicht gestellt worden. 

Wann die Mittel ausgezahlt werden sollen, ist bisher unklar.

Titelfoto: Klaus Jedlicka, Sven Gleisberg, Kristin Schmidt

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