Umsatz steigt, Löhne nicht: IG BAU fordert mehr Geld für Chemnitzer Dachdecker

Chemnitz - Dachdecker hatten während der Krise volle Auftragsbücher. Die IG BAU fordert daher nun auch höhere Löhne. Doch die Arbeitgeber stellen sich quer.

Der Chemnitzer Dachdeckermeister Jens Fischer (53) hält eine Tariferhöhung im Moment für gefährlich.
Der Chemnitzer Dachdeckermeister Jens Fischer (53) hält eine Tariferhöhung im Moment für gefährlich.  © Kristin Schmidt

Für die rund 250 Chemnitzer Dachdecker gab es weder Home-Office noch Kurzarbeit. Sie hatten sogar mehr zu tun als sonst. 

"Auf dem Bau hatten wir bundesweit das erfolgreichste Halbjahr seit der Wende", sagt Klaus Hartung (60), Stellvertretender Regionalleiter der IG BAU. Die Gewerkschaft verhandelt über Tariferhöhungen - bislang ohne Erfolg. "Es gibt Aufträge ohne Ende, aber sie wollen den Beschäftigten nichts abgeben", kritisiert Hartung.

Der Chemnitzer Dachdeckermeister Jens Fischer (53) sieht das anders. Zwar ist auch er gut durch die Corona-Zeit gekommen. Er befürchtet aber, dass die Einbußen erst bevorstehen: "Investitionen im privaten Bereich können durch die wirtschaftliche Unsicherheit zurückgestellt oder ganz gestrichen werden", sagt er. Auch die Bauprojekte der Wirtschaft und der öffentlichen Hand könnten abnehmen.

Dann wären die höheren Tarife fatal: "Lohnsteigerungen, welche jetzt erfolgen würden, können die Betriebe schädigen und in wirtschaftliche Bedrängnis bringen."

Am 7. Oktober gehen die Verhandlungen weiter. Die IG BAU erwartet ein Angebot der Arbeitgeber. Wenn keines kommt, sollen Streiks folgen.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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