IHK Chemnitz schlägt Alarm! Jedem 5. Betrieb droht Pleite

Chemnitz - Diese Jahresbilanz fiel ernüchternd aus. "Es war ein Jahr, wie es noch im Januar keiner erwartet hätte", sagte Dieter Pfortner (66), Präsident der IHK Chemnitz.

Ines Möbius (45), Inhaberin des Cafe Zoom in Chemnitz, erhält kaum noch Bestellungen.
Ines Möbius (45), Inhaberin des Cafe Zoom in Chemnitz, erhält kaum noch Bestellungen.  © Ralph Kunz

Besonders alarmierend: Jeder fünfte ostdeutsche Betrieb fühlt sich existenziell bedroht von der Krise - fünf Prozent mehr als in Westdeutschland.

Betroffen seien vor allem Industrie und Dienstleistungsgewerbe. Von den Reiseunternehmen bewerten gar 94 Prozent die Situation als schlecht oder sehr schlecht.

"Ob man hier eine Insolvenzwelle vermeiden kann, hängt von den staatlichen Hilfen ab", sagte Christoph Neuberg (45), IHK-Chef Standortpolitik.

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Auf Hilfe wartet auch Ines Möbius (45), Inhaberin des Café Zoom in Chemnitz. "Mit dem neuen Lockdown geht nichts mehr", sagt sie. Seit Montag habe sie kaum Bestellungen erhalten. "Natürlich ist das existenzbedrohend."

Für sie besonders schlimm: Bei den staatlichen Hilfen bekommt ein Gastronomie-Betrieb 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019. Doch ausgerechnet in diesem Monat war Möbius krank und musste ihr Café zeitweise schließen. "Damals hatte ich nur 60 Prozent meines normalen Umsatzes."

Sie hofft trotzdem, dank der Hilfen ihr Geschäft mit den vier Mitarbeitern durchzukriegen. Doch sie weiß nicht, wann das Geld kommt.

Das Cafe Zoom in Chemnitz ist einer der vielen Betriebe, die schließen müssten, wenn die Hilfen nicht bald kommen.
Das Cafe Zoom in Chemnitz ist einer der vielen Betriebe, die schließen müssten, wenn die Hilfen nicht bald kommen.  © Ralph Kunz
Ostdeutsche Firmen sind von der Krise besonders betroffen, wie Dieter Pfortner (66), Präsident der IHK Chemnitz, am Dienstag ausführte.
Ostdeutsche Firmen sind von der Krise besonders betroffen, wie Dieter Pfortner (66), Präsident der IHK Chemnitz, am Dienstag ausführte.  © Ralph Kunz

Am Nachmittag meldete die Automotive-Firma Aumann, dass sie bundesweit 200 Jobs abbauen will, darunter rund 70 in Limbach-Oberfrohna.

Titelfoto: Ralph Kunz

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