Kaufhof-Schließung: OB Ludwig will helfen, aber Geld gibt's nicht

Chemnitz - Das ist unser Haus, das ist Chemnitz! Die Kaufhof-Filiale steht vor dem Aus. Mit Unterschriften-Flut, Menschenketten-"Schutzwall" am Freitag auf dem Marktplatz und dem Wirtschaftsministerium im Rücken wollen Stadt, Kaufhof-Betriebsrat und verdi die Schließung Ende Oktober verhindern. Der sanfte Druck auf die harte Unternehmensleitung soll 140 Jobs retten. Am Dienstag sprach OB Barbara Ludwig (58, SPD) Betroffenen vor dem Kaufhof Mut zu.

Viele Augen und Hoffnungen ruhen auf OB Barbara Ludwig (58, SPD). Sie kämpft für den Standort Chemnitz.
Viele Augen und Hoffnungen ruhen auf OB Barbara Ludwig (58, SPD). Sie kämpft für den Standort Chemnitz.  © Kristin Schmidt

"Der Mietvertrag läuft bis 2029, der Umsatz der letzten fünf Jahre war gut", stellt Ludwig klar. Sie sprach mit der Kaufhof-Leitung, schaltete Städtetag und Wirtschaftsministerium ein. 

"Die kleine Chance wollen wir nutzen. Eine höhere politische Ebene kann helfen". Finanzielle Unterstützung werde und könne die Stadt nicht leisten.

"Wir sind in Schockstarre. Viele brachen nach der schlechten Nachricht zusammen", sagt Einzelhandelskauffrau Silke Arnold (47). 

Sie ist im Kampfmodus. Managementfehler von Karstadt und Kaufhof würden abgewälzt werden. Verbesserungsvorschläge von Angestellten seien immer auf taube Ohren gestoßen. 

"Wir werden alles ausreizen, denn die Schließung macht überhaupt keinen Sinn", sagt verdi-Gewerkschafterin Andrea Busch (55).

 Abfindung von 1,5-fachem Bruttomonatslohn und durch Insolvenzverfahren geminderte Kündigungsfrist von drei Monaten seien "jenseits von Gut und Böse".

Betriebsrat Christian Wehner (56, l.) und Gewerkschaftssekretärin Andrea Busch (55, ver.di) machen sich für den Erhalt der Kaufhof-Filiale stark.
Betriebsrat Christian Wehner (56, l.) und Gewerkschaftssekretärin Andrea Busch (55, ver.di) machen sich für den Erhalt der Kaufhof-Filiale stark.  © Kristin Schmidt

Der für die Transfergesellschaft geplante Arbeitslosengeld-Zuschuss von 13 Prozent des Nettos sei "lächerlich und indiskutabel".

Titelfoto: Kristin Schmidt

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