Weil die Kitas dicht sind: Stadt Chemnitz schickt Erzieherinnen ins Minus

Chemnitz - Die Erzieherinnen in den städtischen Kindergärten und Horten sind entsetzt: Weil die Kitas wegen des Corona-Lockdowns weniger Kinder betreuen, müssen sie ihre Arbeitszeiten reduzieren, rutschen sogar ins Arbeitszeitminus.

Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) verschickte die neuen Arbeitszeitvorgaben an die Erzieher.
Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) verschickte die neuen Arbeitszeitvorgaben an die Erzieher.  © Kristin Schmidt

Ein Erzieher (36) zu TAG24: "Wie soll ich denn die vielen Minusstunden aufholen, wenn wir wieder Vollbetrieb haben?"

In einem Schreiben vom 9. Dezember an die Mitarbeiter der 86 städtischen Kitas ordnete Oberbürgermeister Sven Schulze (49, SPD) Freistellungen an - durch Resturlaub und die Verdopplung der möglichen Minusstunden auf 40.

Eine Erzieherin (35) schimpft: "Das ist ungerecht, ich würde ja gerne arbeiten."

Vor allem Erzieher mit eigenen Kindern würden zweifach bestraft, sagt die Betroffene: "Sie sollen vorrangig ganz zu Hause bleiben, damit ihre Kinder nicht in die Notbetreuung müssen. Bei einer solchen Freistellung verlieren sie aber auch noch ein Drittel des Gehaltes."

Beide Betreuer befürchten ein Problem nach dem Lockdown: "Sollen wir dann Tag und Nacht arbeiten, um das Arbeitszeit-Konto auszugleichen?", fragt die 35-Jährige.

Diese Erzieherin (35, vor der Kita "Zwergenhaus", in der sie nicht arbeitet) klagt über den Umgang der Stadt mit Kita-Mitarbeitern.
Diese Erzieherin (35, vor der Kita "Zwergenhaus", in der sie nicht arbeitet) klagt über den Umgang der Stadt mit Kita-Mitarbeitern.  © Sven Gleisberg
Erzieherinnen im Kindergarten haben ein hartes Jahr hinter sich. Jetzt schickt die Stadt die Mitarbeiter auch noch in die Minusstunden.
Erzieherinnen im Kindergarten haben ein hartes Jahr hinter sich. Jetzt schickt die Stadt die Mitarbeiter auch noch in die Minusstunden.  © imageBROKER/Jan Tepass/imago images

Ihr Kollege fordert: "Die Stadt soll uns während der Kita-Teilschließung beschäftigen, um bei der Pandemiebekämpfung zu helfen. Sonst sind wir Erzieher doppelt bestraft - im Sommer mussten wir viel leisten, um Kinder nach den Corona-Bestimmungen zu betreuen, ab Januar müssen wir noch mehr leisten, um neben dem Vollzeitjob auch noch das Arbeitszeitminus aufzuholen."

Titelfoto: imageBROKER/Jan Tepass/imago images

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