Kulturhauptstadt-Bewerbung wird fast 800.000 Euro teurer!

Chemnitz - In der zweiten Bewerbungsphase um den Titel "Kulturhauptstadt 2025" braucht Chemnitz zu den bisherigen 1,2 Millionen Euro weitere 780. 000 Euro. Das Team um Projektleiter Ferenc Csák (46) will alles auf eine Karte setzen, ein neues Bewerbungsbuch präsentieren, um die letzten Zweifel der Jury aus dem Weg zu räumen.

Projektleiter Ferenc Csák (46) will der Jury im zweiten Durchgang ein komplett neues, 100-seitiges Bewerbungsbuch präsentieren.
Projektleiter Ferenc Csák (46) will der Jury im zweiten Durchgang ein komplett neues, 100-seitiges Bewerbungsbuch präsentieren.  © haertelpress / Harry Härtel

Anfang des Jahres war das Urteil der Jury vernichtend. Im ersten 60-seitigen Bidbook kämen die Ereignisse von 2018 zu kurz, es gebe zu wenig Programmhöhepunkte, alles sei zu regional statt international und auch das Motto ("AUFbrüche") sei unpassend.

Bis 21. September muss das Kulturhauptstadt-Team nachbessern, bevor sich die Juroren am 22. Oktober vor Ort ein Bild machen. Ferenc Csák sieht trotz Kritik eine "absolute Chance" auf den Titel. "Wir stehen im oberen Mittelfeld!"

Mit den zusätzlichen 780.000 Euro, die der Stadtrat absegnen muss, soll der letzte Schritt gelingen. "Wir brauchen mehr Personalressourcen, externe Berater, müssen internationale Beziehungen vertiefen und entwickeln ein komplett neues Buch."

Die Ereignisse vom Spätsommer 2018 sollen mit eigener Programmsäule bedacht werden. 

Das Thema Industriekultur wird eine tragende Rolle in der Chemnitzer Kulturhauptstadtbewerbung spielen.
Das Thema Industriekultur wird eine tragende Rolle in der Chemnitzer Kulturhauptstadtbewerbung spielen.  © Ralph Kunz
Will unbedingt den Titel: OB Barbara Ludwig (58, SPD).
Will unbedingt den Titel: OB Barbara Ludwig (58, SPD).  © Uwe Meinhold

Für die Umsetzung der Ideen wird ein Gesamtbudget von über 90 Millionen benötigt

Weil die Ereignisse vom Sommer 2018 nicht hinreichend abgearbeitet wurden, hagelte es von der Jury Kritik.
Weil die Ereignisse vom Sommer 2018 nicht hinreichend abgearbeitet wurden, hagelte es von der Jury Kritik.  © Jan Woitas/dpa

"Wir wollen uns mit der gesellschaftlichen Radikalisierung auseinandersetzen." 

Das Thema Industriekultur werde eine ganz bestimmte Rolle einnehmen, genauso wie der Bergbau. Ausstellungen im smac, den Kunstsammlungen und im Industriemuseum würden Chemnitz europaweite Aufmerksamkeit bringen. Mit Städten in Tschechien erarbeite man derzeit Programme.

"Wir haben das kleinste Budget unter den Großstädten", sagt Csák. Nürnberg zum Beispiel habe von Anfang an mit fünf Millionen Euro geplant. Selbst wenn es nix wird mit dem Titel, will das Team als Plan B einen Leitplan mit Projekten vorlegen, die verwirklicht werden sollen.

Für die Umsetzung aller Ideen wird ein Gesamtbudget von 90,7 Mio. Euro benötigt. Die Stadt beteiligt sich mit 30,5 Mio., Bund und Freistaat mit bis zu 50 Mio. Euro. 

Titelfoto: Uwe Meinhold

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