Wie kann das sein? Chemnitz laut RKI kein Risikogebiet!

Chemnitz - Am Montag meldete die Stadt Chemnitz, dass der zweite kritische Wert von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen überschritten wurde. Chemnitz wurde seitdem als Risikogebiet eingestuft. Doch schaut man auf die offizielle Seite des Robert Koch-Instituts, sind die Infektionszahlen weniger dramatisch. Hier liegt die Zahl bei lediglich 31,7 Infektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen (Stand 23. Oktober). Demnach wäre Chemnitz kein Risikogebiet. Wie kann das sein?

Laut dem Robert Koch-Institut ist die Stadt Chemnitz nicht als Risikogebiet eingestuft.
Laut dem Robert Koch-Institut ist die Stadt Chemnitz nicht als Risikogebiet eingestuft.  © screentshot/Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard

Laut der Stadt liegt das Problem an einer verzögerter Datenübertragung. "Die am Tag eingegangenen Daten werden gegen 15 Uhr elektronisch an das RKI gesendet. Hierbei gibt es hin und wieder einen Meldeverzug und die aktuellen Zahlen werden erst am nächsten Tag einbezogen", so ein Stadtsprecher.

Bedeutet: Die Corona-Zahlen der Stadt Chemnitz, welche direkt vom Gesundheitsamt bezogen werden, sind am aktuellsten. Die Zahlen des RKI kann niemand nachvollziehen!

Das RKI selbst räumt ein, dass seine Zahlen tendenziell zu niedrig seien. RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher (55) kann sich die unterschiedlichen in Chemnitz nicht erklären. 

Auch Ex-OB-Kandidat Lars Faßmann (43) schüttelt angesichts der unterschiedlichen Corona-Zahlen den Kopf. Er hat eine andere Theorie: "Das Gesundheitsamt hatte sechs bis sieben Monate Zeit, die Datenübertragung zum Robert Koch-Institut zu optimieren." Unterschiedliche Corona-Zahlen würden Bürger und Touristen verunsichern, so Faßmann.

Damit Restaurants, Bars und Geschäfte in Chemnitz nicht reihenweise dicht machen müssen, fordert der Unternehmer aus Chemnitz einige Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. Zudem "sollte so viel wie möglich geöffnet bleiben." Dabei müsse aber auch weiterhin auf die Gesundheit geachtet werden.

Ex-OB-Kandidat Lars Faßmann (43) kann die verzögerte Datenübertragung zwischen dem Robert Koch-Institut und dem Gesundheitsamt nicht verstehen.
Ex-OB-Kandidat Lars Faßmann (43) kann die verzögerte Datenübertragung zwischen dem Robert Koch-Institut und dem Gesundheitsamt nicht verstehen.  © Uwe Meinhold
Seit Montag überschritt die Stadt Chemnitz laut dem Gesundheitsamt den zweiten kritischen Corona-Wert, gilt seitdem als Risikogebiet.
Seit Montag überschritt die Stadt Chemnitz laut dem Gesundheitsamt den zweiten kritischen Corona-Wert, gilt seitdem als Risikogebiet.  © Kateryna Kon123 RF/Kristin Schmidt

Dass die Maßnahmen der Stadt Auswirkungen auf die Gastronomie haben, wurde erst am Donnerstag deutlich. Die Betreiber der "Moe’s Bar" kündigten an, die Lokalität aufgrund der Corona-Maßnahmen in der kommenden Woche zu schließen (TAG24 berichtete). Auch die Pizzeria "Augusto" macht bis März 2021 dicht. "Leider haben wir im Winter nicht genügend Platz, um die notwendigen Abstände zu gewährleisten", teilte die Pizzeria auf Facebook mit.

Titelfoto: Kateryna Kon123 RF/Kristin Schmidt

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