Millionen-Kosten für Bauprojekt: Steigen bald die Abwasser-Gebühren in Chemnitz?

Chemnitz - Die Pläne des Entsorgungsbetriebes ESC für den Bau eines 12.000 Kubikmeter großen Regen-Überlaufbeckens in der Kläranlage Heinersdorf (TAG24 berichtete) stoßen auf Kritik. Die Befürchtung: Die Großinvestition könnte die Abwasser-Gebühren in Chemnitz in die Höhe treiben.

Stadtrat Bernhard Herrmann (55, Grüne) befürchtet steigende Abwasser-Gebühren.
Stadtrat Bernhard Herrmann (55, Grüne) befürchtet steigende Abwasser-Gebühren.  © Kristin Schmidt

Stadtrat Bernhard Herrmann (55, Grüne) schimpft: "Ich bin entsetzt, dass wir als Stadträte in diese Planungen eines städtischen Eigenbetriebes nicht einbezogen werden. Dieses Projekt birgt ein extremes Kostenrisiko für Chemnitzer Gebührenzahler."

Tatsächlich ist Chemnitz laut Bundesbaublatt schon jetzt deutschlandweit die Stadt mit den höchsten Gebühren für Wasser und Abwasser.

Den bisher von ESC für das Becken veranschlagten Kostenrahmen von rund 35 Millionen Euro hält der Wasserbau-Ingenieur Herrmann für zu niedrig angesetzt: "Ich glaube nicht, dass das ausreicht - wenn das rund dreimal kleinere Becken vor einigen Jahren bereits 42 Millionen Euro kosten sollte."

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Der Grüne will deshalb das Thema im Stadtrat diskutieren: "Bei der kommenden Haushaltsdiskussion ist es wichtig zu wissen, welche Kredite auf kommunale Eigenbetriebe in Zukunft zukommen werden. Das hat Auswirkungen auf die Haushaltsfähigkeit der Stadt."

In der Kläranlage Heinersdorf soll ein riesiges Regen-Überlaufbecken entstehen.
In der Kläranlage Heinersdorf soll ein riesiges Regen-Überlaufbecken entstehen.  © Maik Börner

"Außerdem ist zu klären, ob Heinersdorf der richtige Standort für das Regen-Überlaufbecken sein kann, oder ob es zentrumsnaher, kleiner und günstiger gebaut werden könnte."

Titelfoto: Maik Börner, Kristin Schmidt

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