Mindestabstand zwischen Autos und Radlern: Stadt und Polizei starten Info-Kampagne

Chemnitz - Der Corona-Abstand gilt auch für Autos. Mindestens 1,50 Meter müssen zwischen Pkws und Fahrradfahrern neuerdings beim Überholen innerorts liegen. Das regelt die Novelle der Straßenverkehrsordnung vom April. In Chemnitz machen Stadt und Polizei jetzt mit Aufklebern an Dienstfahrzeugen auf diese Regelung aufmerksam.

Mit diesen Aufklebern will die Polizei auf den Mindestabstand zwischen Autos und Radfahrern aufmerksam machen.
Mit diesen Aufklebern will die Polizei auf den Mindestabstand zwischen Autos und Radfahrern aufmerksam machen.  © Ralph Kunz

"Radfahrer sind die schwächeren Verkehrsteilnehmer", sagt der Leitende Polizeidirektor Stefan Dörner (43). "Bei Unfällen tragen sie meistens Verletzungen davon." 

Alle 240 Dienstfahrzeuge der Polizei werden für mehr Sicherheit im Straßenverkehr deshalb mit den neuen Hinweis-Aufklebern ausgestattet. 100 weitere Aufkleber kommen an die städtische Fahrzeugflotte.

Zwar habe die Polizei gemerkt, dass sich im Frühjahr zunächst eine Verhaltensänderung eingestellt habe, mittlerweile scheinen jedoch wieder weniger Autofahrer den Mindestabstand zu beachten. 

"Ich bin selbst viel mit dem Fahrrad unterwegs und habe erlebt, dass es vielen schwerfällt, sich an Regeln zu halten", ergänzt Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (59, parteilos).

Wie gefährlich ist Radfahren in Chemnitz? TAG24 macht den Selbsttest

TAG24-Reporter Martin Gottschling (29) ist sauer: Nicht alle Autofahrer halten sich an den Mindestabstand.
TAG24-Reporter Martin Gottschling (29) ist sauer: Nicht alle Autofahrer halten sich an den Mindestabstand.  © Maik Börner

TAG24-Reporter Martin Gottschling (29) machte den Selbsttest auf der Uhlichstraße. Fazit: "Die meisten Autofahrer sind vernünftig. Aber ein VW kam mir beim Überholen gefährlich nah."

Polizeisprecherin Jana Ulbricht (43) sagt: "Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern im Stadtgebiet ist in den vergangenen Jahren gestiegen." Nicht immer waren bei diesen Fällen aber Pkws beteiligt.

Nichtsdestotrotz begrüßt Thomas Lörinczy (50) vom ADFC die Aufkleber-Aktion. Für noch mehr Sicherheit für Radfahrer wünscht er sich zudem geringere Höchstgeschwindigkeiten im Innenstadtbereich.

Thomas Lörinczy (50) vom ADFC freut sich über die neuen Aufkleber an den Polizeiwagen.
Thomas Lörinczy (50) vom ADFC freut sich über die neuen Aufkleber an den Polizeiwagen.  © Ralph Kunz

"Zum Beispiel auf der Straße der Nationen wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung kein Problem", sagt Lörinczy.

Titelfoto: Maik Börner

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