So wollen Sachsens Minister Chemnitz zur Kulturhauptstadt machen

Chemnitz - Chemnitz soll europäische Kulturhauptstadt werden. Für Sachsen das wichtigste Ziel bis 2025. Deshalb tagte am Dienstag das Landeskabinett im Rathaus - und die Minister schwärmten zu 19 (!) Besichtigungen in der ganzen Stadt aus. 

Sozialministerin Petra Köpping (62, SPD, v.) sprach mit Vertretern der Kulturszene.
Sozialministerin Petra Köpping (62, SPD, v.) sprach mit Vertretern der Kulturszene.  © Sven Gleisberg

Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) gab die Richtung vor: "Chemnitz will auf die europäische Bühne - und wir werden die Stadt dabei unterstützen!" Kulturministerin Barbara Klepsch (54, CDU) stimmte zu: "Wir konzentrieren jetzt alle Kräfte auf unsere Bewerberstadt." 

Darüber freute sich Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (58, SPD): "Es bestärkt unsere Bewerbung, dass die Staatsregierung so klar hinter uns steht."

Sollte die Jury am 28. Oktober den Zuschlag an Chemnitz vergeben, wird der Freistaat die Stadt mit 20 Millionen Euro bis 2025 fördern (TAG24 berichtete). 

Schon jetzt fließt viel Landesgeld nach Chemnitz - für den Umbau der alten Aktienspinnerei zur TU-Zentralbibliothek oder den Neubau des Bernsdorfer Schwimmbads (Förderung: 11,5 Millionen Euro). 

Mit sportlichem Schritt besichtigte Innenminister Roland Wöller (49, CDU, M.) den Olympiastützpunkt.
Mit sportlichem Schritt besichtigte Innenminister Roland Wöller (49, CDU, M.) den Olympiastützpunkt.  © Uwe Meinhold
Regionalminister Thomas Schmidt (59, CDU) besichtigte mit Fasa-Chef Ullrich Hintzen (66, l.) das "Solar-Domizil".
Regionalminister Thomas Schmidt (59, CDU) besichtigte mit Fasa-Chef Ullrich Hintzen (66, l.) das "Solar-Domizil".  © Uwe Meinhold
Finanzminister Hartmut Vorjohann (57, CDU) bezahlt für den Umbau der alten Aktienspinnerei zur TU-Zentralbibliothek rund 40 Millionen.
Finanzminister Hartmut Vorjohann (57, CDU) bezahlt für den Umbau der alten Aktienspinnerei zur TU-Zentralbibliothek rund 40 Millionen.  © Jan Woitas/dpa

Auch anderen Projekten Unterstützung zugesagt

Führung durch die künftige Kulturhauptstadt: (v.l.) Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (58, SPD), Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) und Kulturministerin Barbara Klepsch (54, CDU).
Führung durch die künftige Kulturhauptstadt: (v.l.) Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (58, SPD), Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) und Kulturministerin Barbara Klepsch (54, CDU).  © Kristin Schmidt

Unterdessen sagten die Minister auch anderen Projekten in Chemnitz Hilfe zu. Innenminister Roland Wöller (49, CDU) informierte sich über die geplante Modernisierung der Leichtathletikanlage am Olympiastützpunkt. 

Regionalminister Thomas Schmidt (59, CDU) besuchte das Vorzeigeprojekt der Fasa AG, das "Solar-Domizil" in der Salzstraße. Rund 100 Wohneinheiten decken dort ihren Wärmebedarf weitgehend mit Solarenergie. Bislang sind solche Projekte wegen des veralteten Baurechts nicht förderfähig. Schmidt sagte zu, sich für eine Änderung einzusetzen.

Sozialministerin Petra Köpping (62, SPD) diskutierte im Rathaus mit Akteuren aus Kunst und Kultur über die Corona-Folgen. Ihr Ziel: "Wir möchten unsere Kulturlandschaft in Vielflalt, Fläche und Breite erhalten." Die Ministerrunde endete am Abend im smac-Museum. Dort diskutierten Michael Kretschmer und Barbara Ludwig mit Bürgern über die Kulturhauptstadt-Bewerbung.

Bereits am Vormittag hatten Michael Kretschmer, Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) und Barbara Ludwig Geschäftsführung und Betriebsrat von Galeria Kaufhof die Unterstützung des Freistaats für den Erhalt der Filiale zugesagt. 

Titelfoto: Kristin Schmidt

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