Chemnitz: Mahnmal für Bombenopfer geschändet

Chemnitz - Nur zwei Tage nach dem Chemnitzer Friedenstag, an dem der Opfer der Bombenangriffe vom 5. März 1945 gedacht wurde, haben Unbekannte das Mahnmal auf dem Städtischen Friedhof geschändet.

Bereits am Donnerstag wurden Schmierereien auf zwei Kriegsgräbern entdeckt.
Bereits am Donnerstag wurden Schmierereien auf zwei Kriegsgräbern entdeckt.  © Harry Härtel/Haertelpress

Die Gedenkstätte auf dem Friedhof an der Wartburgstraße wurde mit roter, weißer und schwarzer Farbe beschmiert. Die Täter sprühten "Fuck Nazis" und "Deutsche Täter sind keine Opfer" an das Mahnmal.

Aber dabei blieb es nicht: Auch die Blumen und Kränze, die am vergangenen Donnerstag zum Gedenken an die Kriegsopfer abgelegt wurden, wurden zertrampelt.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art auf dem Friedhof. Am Donnerstagmorgen, kurz vor der Gedenkfeier und der Kranzniederlegung zum Friedenstag, hatten Schmierfinken zwei Kriegsgräber mit Farbe besprüht (TAG24 berichtete). Ob durch die Graffiti ein dauerhafter Schaden entstanden ist, ist noch nicht klar. 

"Eingesetzte Beamte dokumentierten daraufhin insgesamt vier verschiedene linksorientierte Schriftzüge an einer Säule sowie einem Ehrenmal", teilte die Polizei Chemnitz am Donnerstag dazu mit .

Laut Polizei gibt es noch keinen Hinweis auf die Täter. Es wird wegen des Verdachts auf gemeinschädliche Sachbeschädigung ermittelt.

Am Friedenstag gedenkt Chemnitz der Opfer der Bombenangriffe am 5. März 1945

Das Mahnmal auf dem Städtischen Friedhof wurde beschmiert.
Das Mahnmal auf dem Städtischen Friedhof wurde beschmiert.  © Harry Härtel/Haertelpress

Bei den Bombenangriffen am 5. März 1945 starben in Chemnitz rund 2100 Menschen, große Teile der Innenstadt wurden zerstört. Auf der Fläche vor dem Mahnmal, das der Chemnitzer Bildhauer Hans Dittrich geschaffen hat, fanden mehr als 1000 der Bombenopfer ihre letzte Ruhe.

Am Donnerstagmorgen wurde zum Auftakt des Chemnitzer Friedenstages der Opfer gedacht. Rund 200 Personen nahmen daran teil, darunter auch Vertreter der Stadt Chemnitz, wie Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (58, SPD), Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (58, parteilos) und Baubürgermeister Michael Stötzer (47, Grüne) sowie Mitglieder der Stadtratsfraktionen.

In Dresden gab es im Februar auf dem Neuen Annenfriedhof in Löbtau einen ähnlichen Vorfall. Unbekannte beschmierten ein Kriegsdenkmal mit dem Satz: "Keine Opfer sondern Täter" (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress

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