Rad, Auto und ÖPNV: Wer kommt am schnellsten und billigsten durch Chemnitz?

Chemnitz - Immer mehr Chemnitzer schwingen sich aufs Fahrrad. Nicht erst seit Corona: Der Radverkehr legte in den letzten 10 Jahren um mindestens 3 Prozent zu. Doch wie kommt man tatsächlich am schnellsten, bequemsten und billigsten durch die Stadt?

Auch schnell was zum Fahrrad-Abstellen gefunden: Maria Kreußlein (33) vom ADFC glänzte, weist aber auch auf die Gefahren für Radfahrer hin.
Auch schnell was zum Fahrrad-Abstellen gefunden: Maria Kreußlein (33) vom ADFC glänzte, weist aber auch auf die Gefahren für Radfahrer hin.  © Ralph Kunz

TAG24 machte den Test: Auto, Fahrrad und Bus traten unter der Woche in den Chemnitzer Hauptverkehrszeiten gegeneinander an. 

Startpunkt der rund 2,1 Kilometer langen Strecke war ein Kaßberg-Supermarkt-Parkplatz (Weststraße 77), Ziel war der Rote Turm. Also eine Tour von einem Wohngebiet ins Zentrum, wo Menschen unter anderem einkaufen, Gaststätten und Bars besuchen sowie Behördengänge erledigen.

Maria Kreußlein (33) war mit ihrem Bike am schnellsten, benötigte knapp 6 Minuten und 38 Sekunden. 

"Ich bin direkt über Weststraße, Kaßbergauffahrt und Am Wall gefahren. Mein Fahrrad konnte ich an der Galerie Roter Turm abstellen", sagt das Vorstandsmitglied des "Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club" (ADFC) Chemnitz. 

Wie schlägt sich das Auto?

Pro und Contra Parkplatz-Suche: Stadtrat und Verkehrsfachmann Jörg Vieweg trat mit seinem E-Golf an, parkte in der Brückenstraße.
Pro und Contra Parkplatz-Suche: Stadtrat und Verkehrsfachmann Jörg Vieweg trat mit seinem E-Golf an, parkte in der Brückenstraße.  © Ralph Kunz

Während Selber-Treten und preisliche Bike-Wahl Geschmackssache sind, geht es bei den "kleinsten" Straßenbefahrern vor allem um Sicherheit. Kreußlein: "Man muss besonders auf Autos achten, die nah an einen heranfahren."

Jörg Vieweg (49) belegte mit seinem E-Golf (Neupreis: 29.700 Euro, Ladestation zu Hause: rund 1000 Euro) bequem Platz 2. Er brauchte mit 11 Minuten und 30 Sekunden aber fast doppelt so lange. 

"Dazu gehört auch der Fußweg von knapp 3 Minuten und die Parkplatz-Suche. Zum Glück können E-Autos in Chemnitz kostenlos parken", so der SPD-Stadtrat und Kreisvorsitzende des "Auto Club Europa" (ACE). 

E-Autos und Hybride mit dem Kennzeichen "E" dürfen in Chemnitz noch bis Ende 2021 kostenlos parken, Grundlage ist das Elektromobilitätsgesetz. 10 Cent kostete Vieweg die Strom-Fahrt.

CVAG-Sprecherin Juliane Kirste fuhr mit Maske im Bus.
CVAG-Sprecherin Juliane Kirste fuhr mit Maske im Bus.  © Ralph Kunz

"Ich habe immerhin nebenbei E-Mails gelesen und auf unsere Facebook-Seite geschaut", sagt CVAG-Sprecherin Juliane Kirste (35). Sie nahm die CVAG-Buslinie 72, diese hält auch in der Weststraße und am Roten Turm (Straße der Nationen). Kirste brauchte rund 14 Minuten und 13 Sekunden.

"Dazu gehören auch vier Minuten Wartezeit und eine halbe Minute Fußweg. Das Einzelticket hat 2,20 Euro gekostet", so die CVAG-Sprecherin. Ihr Unternehmen hatte 2019 zwar ein Plus von rund 900.000 Fahrgästen - verlor aber wegen der Pandemie allein im April dieselbe Zahl an Beförderten.

Titelfoto: Ralph Kunz

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