Darum dreht das Rathaus dem Flüchtlingsrat das Geld ab

Chemnitz - Die Stadt will die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat (SFR) beenden. Dieser wiederum legt Widerspruch ein.

Die Stadt will die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat (SFR) beenden. Swetlana Epp (40), SFR-Koordinatorin, und ihre sechs Mitarbeiterinnen wissen nicht, wohin die Reise nun geht.
Die Stadt will die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat (SFR) beenden. Swetlana Epp (40), SFR-Koordinatorin, und ihre sechs Mitarbeiterinnen wissen nicht, wohin die Reise nun geht.  © Maik Börner

Die Zusammenarbeit mit den anderen drei Trägern der Flüchtlings-Sozialarbeit wird fortgeführt.

SFR-Sprecher Mark Gärtner (30) kritisiert, dass die Stadt die Entscheidung ohne Ausschreibung getroffen hat. Die Stadt entgegnet, dass sie zu einer solchen nicht rechtlich verpflichtet sei. 

Große Bedenken äußert Gärtner jedoch über ein Schreiben der Kommune: Der SFR solle keine Förder-Anträge für eine weitere Finanzierung stellen. Ob das rechtens ist, prüfe der Verein juristisch.

"Wir sind ein kritischer Träger, der mit der Stadt stets auf Augenhöhe kommunizierte. Dass das nicht mehr gewünscht ist, ist traurig", so SFR-Sprecher Mark Gärtner (30). Es dränge sich der Verdacht auf, dass genau dieser Umstand zur Aufkündigung der Zusammenarbeit führte. 

Die Stadt argumentiert jedoch, dass die Zahl der Menschen mit Asylhintergrund (5800) seit 2017 stark zurückgegangen und dementsprechend weniger soziale Betreuung notwendig sei.

"Das Büro ist bereits gekündigt", so die Chemnitzer SFR-Teamleiterin Swetlana Epp (40). Schweren Herzens werde man sich von den Klienten trennen (derzeit sind es 200), die der SFR teilweise seit 2016 betreut. Das sind laut Stadt weniger als bei den anderen Trägern. Auch das sei ein Grund für die Kündigung. 

Titelfoto: Maik Börner

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