Beginnt nun das große Restaurant-Sterben? Das bringt der Bestellservice

Chemnitz - Seit gut zwei Wochen sind in ganz Deutschland die Restaurants wieder dicht. Gastronomen können ihr Essen nur noch ausliefern oder von den Kunden abholen lassen. 

Betriebsleiter Martin Kaufmann (30, l.) und Betreiber André Gruhle (46) packen die Speisen zum Abholen vom Burgergrill "Hans im Glück" in Tüten.
Betriebsleiter Martin Kaufmann (30, l.) und Betreiber André Gruhle (46) packen die Speisen zum Abholen vom Burgergrill "Hans im Glück" in Tüten.  © Kristin Schmidt

TAG24 hat sich in Chemnitz und Umgebung bei mehreren Gaststätten umgehört, was das Geschäft mit dem Bestellservice bringt.

Tobias Baumgärtel, Leiter von "Ronny's Restaurant" auf dem Kaßberg, sagt: "Momentan wird unser Abhol- und Lieferdienst noch nicht so gut angenommen wie im Frühjahr. Im April und Mai war die Unsicherheit unter den Leuten noch größer. Sie gingen weniger raus, jetzt hat noch viel geöffnet. Außerdem bieten mittlerweile fast alle Restaurants einen Lieferservice an. Unsere Stammkunden halten uns aber die Treue."

Dauerhaft überleben könne man nicht mit nur 15 Prozent des normalen Umsatzes, wie in der ersten Woche des November-Lockdowns. "Bis Ende Dezember halten wir das noch durch, danach macht es keinen Sinn mehr", so Baumgärtel. Er befürchtet, dass Restaurants weit bis ins neue Jahr hinein geschlossen bleiben.

Trotz Takeaway: Deutliche Umsatzverluste

Stammkunde Andreas Nitzschke (61, r.) und sein Sohn David Kantelberg (34) holten sich ihr Mittagessen bei "Ronny's Restaurant" ab.
Stammkunde Andreas Nitzschke (61, r.) und sein Sohn David Kantelberg (34) holten sich ihr Mittagessen bei "Ronny's Restaurant" ab.  © Kristin Schmidt

Obwohl André Gruhle (46, Hans im Glück, Diebels Fasskeller, Miramar, Pelzmühle) gute Erfahrungen mit dem Abhol- und Lieferdienst gemacht hat, ist dieses Angebot auch für den Großgastronom aus wirtschaftlicher Sicht nur ein Notnagel. 

"Beschäftigte in Kurzarbeit können sich so einen Pfennig dazu verdienen."

Ein "Schlag ins Kontor" war der Lockdown für Roy Neupert (50), der erst im Oktober das erfolgreiche Rippchen-Franchise "Jack the Ripperl" in Meerane eröffnete. 

Zwar nutzten am vergangenen Wochenende viele Kunden den "Takeaway", trotzdem gibt es deutliche Umsatzverluste. "Die Bestellung von Getränken fehlt komplett", so Neupert.

In ländlicheren Gegenden lohnt sich der Abholservice noch weniger. "Aber es ist besser wie gar nichts. 

Der "Take-Away" bei dem erst vor kurzem eröffneten Rippchen-Franchise "Jack the Ripperl" in Meerane ist bei den Kunden beliebt.
Der "Take-Away" bei dem erst vor kurzem eröffneten Rippchen-Franchise "Jack the Ripperl" in Meerane ist bei den Kunden beliebt.  © privat

Wenn es regnet, kommen kaum Gäste", berichtet Frank Andrä vom Waldhaus Kalkbrüche im Striegistal. "Wir versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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