Wird unsere Müllentsorgung teurer? Abfallwirtschafts-Verband braucht dringend Geld

Chemnitz - Der Abfallwirtschaftsverband Chemnitz (AWVC) steht tief in der Kreide. Über die Jahre hat sich ein Millionendefizit angestaut, Ende Mai drohte sogar die Zahlungsunfähigkeit. Um wieder schwarze Zahlen zu schreiben, werden nun die Gebühren für die Restmüllentsorgung angehoben.

Rainer Gase (67) aus Klaffenbach fürchtet steigende Preise für die Restmüllentsorgung.
Rainer Gase (67) aus Klaffenbach fürchtet steigende Preise für die Restmüllentsorgung.  © Kristin Schmidt

Wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht, belaufen sich die Schulden des AWVC im abgelaufenen Jahr auf 8,2 Mio. Euro. Ein beschlossenes Haushalts-Konzept soll die Schieflage bis 2023 tilgen.

Einen Teil des Ausgleichs sollen die Verbandsmitglieder -Stadt Chemnitz, Landkreis Mittelsachsen und Erzgebirgskreis - über Umlagen und höhere Gebühren stemmen. Pro Tonne müssen die Kommunen jetzt 180 statt 162 Euro zahlen.

Im Fall von Chemnitz kümmert sich der ASR um die Restmüllanlieferung. "Wir liefern rund 34.000 Tonnen Restabfall jährlich aus Haushalten und Gewerbe", so eine ASR-Sprecherin.

Bürger befürchten nun ebenfalls eine Kostensteigerung. "Das macht mich sauer. Ich verbrauche so wenig Restmüll und jetzt könnte es noch teurer werden. Ich wünsche mir mehr Transparenz", so Rainer Gase (67) aus Klaffenbach.

Müssen Chemnitzer tatsächlich mehr bezahlen? "Der AWVC rechnet seine Gebühr gegenüber den Verbandsmitgliedern ab. Ob und in welcher Höhe die Gebührenanpassung an die Gebührenzahler weitergereicht wird, obliegt der Umsetzung bei jedem Verbandsmitglied", so eine Stadtsprecherin.

Auf der Restabfall-Behandlungsanlage am Weißen Weg wird der Restmüll sortiert und zu Pellets verarbeitet. Später werden diese verbrannt.
Auf der Restabfall-Behandlungsanlage am Weißen Weg wird der Restmüll sortiert und zu Pellets verarbeitet. Später werden diese verbrannt.  © Kristin Schmidt

Mittelfristig ist eine Erhöhung also nicht ausgeschlossen. Als Gründe für die Fast-Pleite des AWVC nannte die Sprecherin die "Preisentwicklung am Markt, die Kosten für Deponie-Sanierungen oder falsch deklarierter Abfall."

Titelfoto: Kristin Schmidt

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