Corona-Warn-App: Das rät die Verbraucherzentrale

Chemnitz - Seit dem heutigen Dienstag steht die offizielle Corona-Warn-App des Bundes im App Store von Google und Apple zur Verfügung. Über 10.000 Mal wurde sie bereits heruntergeladen. Doch viele fragen sich: Corona-Warn-App: Ja oder Nein? Sachsens Verbraucherzentrale verrät nun, was Verbraucher wissen müssen und welche Vor- und Nachteile die App bietet.

Über 10.000 Mal heruntergeladen und weitestgehend positive Bewertungen: Die Corona-Warn-App steht seit Dienstag zum Download zur Verfügung.
Über 10.000 Mal heruntergeladen und weitestgehend positive Bewertungen: Die Corona-Warn-App steht seit Dienstag zum Download zur Verfügung.  © privat

"Wir wissen, dass die meisten Verbraucher bislang nur wenig über die Funktionsweise der App wissen. Dadurch herrschen oftmals falsche Vorstellungen", sagt Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Genau zu wissen, wie die App arbeitet, ist jedoch unerlässlich, um eine Entscheidung für oder gegen die App zu fällen."

In erster Linie kann jeder Bürger frei entscheiden, ob er sich die App herunterladen möchte. Über Bluetooth wird der Abstand zwischen zwei oder mehreren Personen gemessen, ohne dass Standortdaten erfasst werden. 

Hatte man Kontakt zu einem Infizierten, kann der Nutzer sich beim Arzt testen lassen. 

Wer positiv getestet wurde, kann dies dann in der App freiwillig angeben. 

In diesem Fall werden die Kontaktpersonen benachrichtigt.

Dr. Katja Henschler von der sächsischen Verbraucherzentrale rät, sich mit der Funktionsweise der App auseinanderzusetzen (Archivbild).
Dr. Katja Henschler von der sächsischen Verbraucherzentrale rät, sich mit der Funktionsweise der App auseinanderzusetzen (Archivbild).  © Ralf Seegers

Laut der Verbraucherzentrale sprechen folgende Punkte für die App:

  • Die Software der App ist quelloffen und kann von jedermann eingesehen werden
  • Die App greift nicht auf Standortdaten der Nutzer zu
  • Die App gibt keine Daten an Dritte weiter
  • Die App verarbeitet und speichert Nutzerdaten anonym
  • Die Nutzer entscheiden selbst, ob sie die App nutzen und ob sie als Nutzer der App im Falle eines Positiv-Tests diese Information in die App einspeisen
  • Das Gesundheitsamt gibt vor der Einspeisung eines Positiv-Tests durch einen Nutzer die Eingabe in die App frei: So wird verhindert, nicht vorhandene Corona-Infektionen missbräuchlich in die App gelangen

Kritisch sieht die Verbraucherzentrale allerdings, dass die App nicht an Google oder Apple vorbeikommt: "Sensible Gesundheitsdaten der Nutzer fließen, wenn auch verschlüsselt und ohne Klarnamen, unvermeidlich durch die Systeme der beiden Anbieter. An dieser Stelle können weder die Entwickler noch der Staat eine hundertprozentige Sicherheit der Nutzerdaten garantieren."

Die App soll vor der weiteren Ausbreitung von Covid-19 schützen.
Die App soll vor der weiteren Ausbreitung von Covid-19 schützen.  © Oliver Berg/dpa

Weitere Informationen zur Corona-Warn-App gibt es unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de. Außerdem findet am 25. Juni ein Online-Talk statt. Verbraucherschützer, Politiker und Wissenschaftler werden gemeinsam über die Corona-Warn-App diskutieren. Weitere Informationen gibt es hier.

Titelfoto: Ralf Seegers/Oliver Berg/dpa

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