Wegen Corona: Immer mehr Kinder können nicht sicher schwimmen

Chemnitz - Die Corona-Pandemie könnte für Hunderte Chemnitzer Kinder lebensgefährliche Folgen haben: Weil das Schulschwimmen vergangenes Halbjahr für rund 1900 Zweitklässler ausgefallen ist, starten viele Kinder als Nichtschwimmer in die Sommerferien. Die Stadt sucht händeringend nach Lösungen. Die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bieten Hilfe an.

Alexander Sulitskiy (19, l.) trainiert mit seinem Bruder Gerhard (14) bei der DLRG den Einsatz als Rettungsschwimmer.
Alexander Sulitskiy (19, l.) trainiert mit seinem Bruder Gerhard (14) bei der DLRG den Einsatz als Rettungsschwimmer.  © Kristin Schmidt

Rund ein Drittel der Kinder in der zweiten Klasse sind Nichtschwimmer. Damit das nicht so bleibt, hatte Sozialbürgermeister Ralph Burghart (50, CDU) beim Landesamt für Bildung (LaSuB) nachgefragt, ob die Klassenstufe den Schwimmunterricht nächstes Schuljahr nachholen darf.

"Wir haben eine Absage erhalten, weil es keine zusätzlichen Lehrkräfte gibt." Dagegen führt das LaSuB "unvertretbare Kürzungen an der Stundentafel an anderer Stelle" als Hauptgrund dafür an, dass der Vorschlag nicht umsetzbar sei.

Diskutiert werde deshalb, ob den betroffenen Kindern ein Angebot in den Herbst- und Winterferien gemacht werden kann. Ein Hilfsangebot kommt von den Lebensrettern der DLRG: "Unsere Rettungsschwimmer könnten Schwimmkurse unterstützen", sagt Martin Pfüller (39), Vorsitzender der DLRG in Chemnitz. "Voraussetzung wäre, dass die Stadt Hallenzeiten für Kurse zur Verfügung stellt, die für Kinder zumutbar und für unsere Ehrenamtler machbar sind."

DLRG-Vorstand Martin Pfüller (39) bietet Hilfe für Kinder-Schwimmkurse an.Foto c:Dieses Jahr bleiben besonders viele Kinder Nichtschwimmer.
DLRG-Vorstand Martin Pfüller (39) bietet Hilfe für Kinder-Schwimmkurse an.Foto c:Dieses Jahr bleiben besonders viele Kinder Nichtschwimmer.  © Kristin Schmidt
Viele Grundschüler können sich nur mit Schwimmärmeln über Wasser halten.
Viele Grundschüler können sich nur mit Schwimmärmeln über Wasser halten.  © dpa/Patrick Pleul

Dabei sollte laut DLRG das Schwimmabzeichen Ziel der Kurse sein: "Das Seepferdchen allein, wie es gegenwärtig im Lehrplan der zweiten Klassen angestrebt wird, reicht nicht, um sicher schwimmen zu können", mahnt Pfüller.

Titelfoto: Kristin Schmidt, dpa/Patrick Pleul

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