Notschlafstelle für Jugendliche geplant: Klappt es diesmal mit dem Modelprojekt?

Chemnitz - Der erste Versuch, eine Notschlafstelle (engl.: Sleep In) für Jugendliche zu schaffen, war 2019 gescheitert. Nun unternimmt die Stadt einen neuen Anlauf. Der Jugendhilfe-Ausschuss soll am Dienstag über ein abgespecktes Konzept entscheiden.

Maik Otto (43, SPD) und weitere Mitglieder des Jugendhilfeausschusses beraten am Dienstag über eine Notschlafstelle für Jugendliche.
Maik Otto (43, SPD) und weitere Mitglieder des Jugendhilfeausschusses beraten am Dienstag über eine Notschlafstelle für Jugendliche.  © Ralph Kunz

"Die erste Variante war zu groß konzipiert", erklärt Ausschussmitglied Maik Otto (43, SPD). Im September 2019 wurde dem Modellprojekt nicht nur aus Geldmangel eine Absage erteilt. Eine passende Immobilie konnte nicht gefunden werden.

Das neue Konzept sieht eine Reduzierung der Kapazität von sechs auf vier Plätze sowie die Anmietung einer Wohnung vor. Dadurch können Umbaukosten gespart werden.

Findet der Ausschuss eine Einigung, könnte im April die Ausschreibung erfolgen. "Die Etablierung von 'Sleep In' soll als Modellprojekt für maximal drei Jahre gestartet werden", so Bürgermeister Ralph Burghart (50, CDU). Die benötigten 500.000 Euro sind bereits im Doppelhaushalt eingeplant.

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Die Notschlafstelle ist ein wichtiger Teil des Kinder- und Jugendnotdienstes (KJND). Um die Anlaufstellen des KJNDs zu streuen, wurde entschieden, die Sleep-In-Stelle zu verlagern.

So arbeitet der Kinder- und Jugendnotdienst aktuell - die Unterkunftszimmer für Jugendliche sind klein uns sporadisch eingerichtet.
So arbeitet der Kinder- und Jugendnotdienst aktuell - die Unterkunftszimmer für Jugendliche sind klein uns sporadisch eingerichtet.  © Ralph Kunz

"Junge Menschen zwischen 14 und 18 sollen hier schlafen, essen und duschen können", so Otto. Die Jugendlichen sind in der Regel wohnungslos, in Not geraten und von der Jugendhilfe nur schwer zu erreichen.

Titelfoto: Ralph Kunz

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