Chemnitzer Senioren sehen kaum noch ihre Angehörigen: Mit Tablets gegen die Einsamkeit

Chemnitz - Senioren in Altenpflegeheimen sind oft einsam und allein. Nicht nur in Corona-Zeiten mit Kontaktsperre und Besuchsverboten fehlen Umarmungen von Kindern und Enkeln. Die Stadtmission Chemnitz hat für Heimbewohner nun Tablets angeschafft, damit die per Videochat ihre Liebsten öfter sprechen und sehen können.

Die Leiterin der Lebensberatungsstelle der Stadtmission Annette Buschmann berät bei Schicksalsschlägen sowie Problemen in Ehe und Partnerschaft.
Die Leiterin der Lebensberatungsstelle der Stadtmission Annette Buschmann berät bei Schicksalsschlägen sowie Problemen in Ehe und Partnerschaft.  © Stadtmission Chemnitz

Auch Beratern und den Hilfesuchenden der Stadtmission kommt die digitale Ausstattung zugute. Mit 19.800 Euro Fördergeld kaufte die Stadtmission Chemnitz sieben Tablets und zwei Laptops für drei Beratungsstellen und vier Pflegeheime. 

"Beratung lebt von persönlicher Begegnung. Die Beziehung zwischen Ratsuchenden und Beratern ist der Handwerkskoffer, mit dem beide Seiten arbeiten. Für beide Parteien ist es erst einmal ungewohnt, diese Begegnung am Bildschirm zu gestalten", sagt Annette Buschmann, Leiterin der Lebensberatungsstelle.

Die Technik erleichtert es, die Kontaktsperre in Corona-Zeiten zu ertragen, Anliegen zu bearbeiten und Beziehungen zu pflegen. Erste Erfahrungen mit der neuen Technologie sind positiv. 

Hilfesuchende in extremen Lebenssituationen, die sich an die Lebensberatungsstelle, die Jugendsozialarbeit sowie die Ambulante Suchthilfe wenden, sind dankbar für die digitalen Möglichkeiten in Zeiten der Kontaktsperre.

Annette Buschmann spricht per Video-Chat auf einem neuen Tablet mit einer Hilfesuchenden.
Annette Buschmann spricht per Video-Chat auf einem neuen Tablet mit einer Hilfesuchenden.  © Stadtmission Chemnitz

Bewohner der Pflegeheime Haus am Wald in Grüna, Haus am Zeisigwald, Matthias-Claudius-Haus und Kreuzstift können sich per Videochat mit Angehörigen unterhalten. Dafür wurden ihnen fünf Tablets zur Verfügung gestellt. Der Besuch von Angehörigen ist wegen Corona oft unmöglich oder sogar verboten.

Das Alten- und Pflegeheim "Am Zeisigwald" ist eines von vier Altenheimen, die digital aufgerüstet wurden.
Das Alten- und Pflegeheim "Am Zeisigwald" ist eines von vier Altenheimen, die digital aufgerüstet wurden.  © Sven Gleisberg

Außerdem wohnen viele Verwandte und Bekannte weiter weg. Nach möglicher Lockerung oder Aufhebung von Besuchsverboten in Beratungsstellen und Pflegeheimen, soll die Technik weiterhin zu einer Mischung aus persönlichem Gespräch, Videochat und Telefonaten beitragen.

"Damit werden wir der Beziehungsgestaltung zu den Ratsuchenden und dem Schutz vor einer Infektion gerecht."

Titelfoto: Stadtmission Chemnitz

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