Kläglich gescheitert! AfD und Pro Chemnitz wollten Stadtrats-Beschluss verhindern

Chemnitz - Politik-Posse bei der Stadtratssitzung im CFC-Stadion! Fünf Stadträte der AfD und drei von Pro Chemnitz wollten die Aufnahme von Flüchtlingen aus Griechenland verhindern.

Stadträtin Katharina Weyandt radelte nach dem Rückzug von Rechts schnell zum Stadion und rettete die Beschlussfähigkeit des Stadtrats.
Stadträtin Katharina Weyandt radelte nach dem Rückzug von Rechts schnell zum Stadion und rettete die Beschlussfähigkeit des Stadtrats.  © Maik Börner

Kurz vor der Abstimmung darüber verließen sie den Konferenzsaal und sprengten damit die Beschlussfähigkeit von mindestens 31 Abgeordneten.

Doch in einer 20-minütigen Pause besorgten die acht anderen Fraktionen die drei erforderlichen Auswechselspieler.

Kurz nach dem Anruf von Christin Furtenbacher sauste Katharina Weyandt (60, Grüne) mit dem Stadtrad vom Kaßberg zum Stadtrat. "In der Fraktion bin ich die Älteste. Meine Abwesenheit war abgesprochen, aber ich hatte mich für den Notfall bereitgehalten", sagt sie.

Susann Mäder (36, Grüne) bemerkte im Live-Stream, dass etwas nicht stimmte. "Ich habe die Kinder schnell in ein Car-Sharing-Auto gepackt und bin losgedüst. Neben Flüchtlingskindern ging es auch um Ehrenämtler, die Hilfe brauchen." 

Rote Karte für die Rechten. Bürgerliche und Linke vereitelten Beschlussunfähigkeit und stimmten für mögliche Flüchtlingsaufnahme aus Griechenland.
Rote Karte für die Rechten. Bürgerliche und Linke vereitelten Beschlussunfähigkeit und stimmten für mögliche Flüchtlingsaufnahme aus Griechenland.  © Uwe Meinhold

Das Störfeuer der Nationalisten verpuffte als Strohfeuer. Der Skandal sorgte zwar für eine Verlängerung des Politik-Spiels, aber die Stadt-Demokratie fand ihre Mehrheiten. 

Titelfoto: Uwe Meinhold

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