Chemnitz: Volle Rodelhänge, doch die Eisflächen bleiben leer!

Chemnitz - Die konstanten Minusgrade sorgen für super Wintersportbedingungen, auch zum Schlittschuhlaufen. Doch während in der Landeshauptstadt zugefrorene Wasserflächen gestürmt werden, halten sich die Chemnitzer zurück.

Richtig froh über die derzeitigen Bedingungen: Heike (56, r.) und Udo (57) Kaltofen.
Richtig froh über die derzeitigen Bedingungen: Heike (56, r.) und Udo (57) Kaltofen.  © Maik Börner

Denn die Bewohner der künftigen europäischen Kulturhauptstadt 2025 sind mit den Regeln vertraut. "Eisflächen in öffentlichen Grünanlagen dürfen nicht betreten werden, weil sich durch darunter strömendes Wasser auch bei größter Kälte gefährliche Bereiche bilden können. Grundsätzlich gibt die Stadt daher keine Eisflächen zum Begehen frei", erläutert das Chemnitzer Rathaus.

Rechtliche Grundlage für die Einschränkung ist die städtische Grünanlagensatzung (Paragraf 3). "Haftungsfragen sind ausschlaggebend für diese Tatsache", ergänzt dazu ein Stadtsprecher.

Auch in Dresden warnen Feuerwehr und Umweltamt aus denselben Gründen vor dem Eis-Betreten - was jedoch manche kaum beeindruckte: Viele wagten sich mit Schlittschuhen, einige sogar mit Fahrrädern auf einladende Frostflächen wie den Zwingerteich.

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Um für mögliche Unfälle gewappnet zu sein, übte die Berufsfeuerwehr Dresden gestern sogar die Bergung eines Eingebrochenen. In Chemnitz steht ähnliches nicht an. Der Stadtsprecher: "Die Feuerwehr führt aktuell keine solchen Übungen durch."

Leer: Der Pelzmühlenteich im Westen von Chemnitz.
Leer: Der Pelzmühlenteich im Westen von Chemnitz.  © Uwe Meinhold
Voll (mit Sicherheitsabstand): Der Carolasee in Dresden. Elisabeth Stiller (30) nutzte ihn zum Schlittschuh-Gassi-Laufen.
Voll (mit Sicherheitsabstand): Der Carolasee in Dresden. Elisabeth Stiller (30) nutzte ihn zum Schlittschuh-Gassi-Laufen.  © Thomas Türpe

Menschenleere Wasserflächen in Chemnitz, dafür volle Rodelhänge

Mit Karacho unterwegs: Emil (9) beim Rodeln in Rottluff.
Mit Karacho unterwegs: Emil (9) beim Rodeln in Rottluff.  © Maik Börner

Während in Chemnitz die zugefrorenen Wasserflächen also so oder so menschenleer bleiben, herrscht auf Rodelhängen und auf präparierten Wegen Leben pur.

"So viel wie in diesem Jahr konnten wir schon lange nicht mehr auf die Bretter!", freuen sich Udo (57) und Heike Kaltofen (56). Die beiden waren am Samstag mit Langlaufski beim Jugendweg in Rottluff unterwegs. Kids hatten dort auch beim Rodeln Spaß, ebenso auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz (Kaßberg).

Allerdings droht Chemnitz ab Montag die große Eisschmelze. Bis zu 6 Grad warm soll es am Dienstag werden, am Donnerstag könnten die Temperaturen an der frühlingshaften 10-Grad-Marke knabbern.

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Wer kann, sollte deshalb am Sonntag das weiße Glück im 15-Kilometer-Umkreis suchen.

Titelfoto: Maik Börner

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