Für Fußgänger und Radfahrer: TU-Forscher suchen die perfekte Route durch Chemnitz

Chemnitz - Ein Forschungsprojekt will Chemnitzern jetzt zu Fuß und per Rad Beine machen! 

Zwei der drei Vorschläge für die Modell-Route führen in die Innenstadt. Eine verbindet drei Stadtteile im Osten von Chemnitz.
Zwei der drei Vorschläge für die Modell-Route führen in die Innenstadt. Eine verbindet drei Stadtteile im Osten von Chemnitz.  © Stepmap

Sie möchten eine völlig neue umweltfreundliche Verkehrs-Route in der Stadt etablieren. Drei Strecken stehen dabei zur Auswahl: Welche davon Anfang 2021 umgesetzt wird, können die Bürger bis Ende Juni online unter numic.city entscheiden.

Hinter dem Namen "numic" verbirgt sich eine Zusammenarbeit von Wissenschaftlern unter anderem von der TU Chemnitz und der Stadt. 

"Chemnitz ist eine Autostadt. Die Frage ist: Ändern die Menschen ihr gewohntes Mobilitätsverhalten, wenn es ein attraktives Angebot gibt?", sagt Anna Galda (33), 

Projektverantwortliche der Stadt Chemnitz. Nach der Sommerpause geht es bei einer zweiten Befragung um Wünsche zur Ausgestaltung der Route. 

Galda: "Das könnten Fahrradbügel an einer Haltestelle oder ein Spiel- und Sportpunkt sein." Für Beschilderung, Markierung und Ausgestaltung der Test-Route stehen 200.000 Euro zur Verfügung.

Die City-Route

Die Route A verbindet den Brühl mit der Innenstadt.
Die Route A verbindet den Brühl mit der Innenstadt.  © Kristin Schmidt

Die Route A verbindet Schlosschemnitz mit der Innenstadt. Sie zeigt, dass ein Einkaufsbummel in der City von diesem Wohnquartier aus auch ohne Auto bequem möglich ist. Die Strecke verläuft rund zwei Kilometer vom Josephinenplatz über die Blankenauer Straße und den Brühl bis zum Stadthallenpark. Dabei führt sie nicht über die vielbefahrene Straße der Nationen oder Mühlenstraße, sondern schlängelt sich entlang der Wohnbebauung bis zum Heck-Art.

Die Campus-Route

Die NUMIC-Projektmitarbeiter Frank Feuerbach (l.) und Bjarne Lotze testen die Route B, die vom Campus der TU über den Bernsbachplatz führt.
Die NUMIC-Projektmitarbeiter Frank Feuerbach (l.) und Bjarne Lotze testen die Route B, die vom Campus der TU über den Bernsbachplatz führt.  © Kristin Schmidt

Auf der Route B radelt es sich entspannt rund 1,5 Kilometer vom Uni-Campus in der Reichenhainer Straße bis zum Tietz. Auch diese Route umgeht auf dem Weg in die Innenstadt Hauptverkehrsströme, nutzt stattdessen die Brauhausstraße. 

Eine sichere Verkehrsführung soll auf der Route B die Radfahrer sicher von der Reichenhainer Straße bis ins Zentrum leiten.
Eine sichere Verkehrsführung soll auf der Route B die Radfahrer sicher von der Reichenhainer Straße bis ins Zentrum leiten.  © Kristin Schmidt

Auf dem letzten Abschnitt in der Reitbahnstraße soll Fußgängern und Radfahrern mit Hilfe kleinerer baulicher Veränderungen mehr Raum gegeben werden. Für eine bessere Aufenthaltsqualität sind noch kreative Ideen gefragt.

Die Lange Route

Die Route C führt von Bernsdorf aus bis ins Yorckgebiet, wo es sich bequem neben der Fürstenstraße radeln lässt.
Die Route C führt von Bernsdorf aus bis ins Yorckgebiet, wo es sich bequem neben der Fürstenstraße radeln lässt.  © Kristin Schmidt

Die Route C verbindet die Stadtteile Bernsdorf, Gablenz und Yorckgebiet miteinander. Sie ist mit rund fünf Kilometern die längste Strecke und führt über Schleichwege vom Sportforum bis zum Zeisigwald. Los geht es über den Ziegelweg bis zur Heinrich-Schütz-Straße. Wer die Route nutzt, kommt an vielen Ruheorten und Freizeit- und Sportanlagen - wie zum Beispiel am Freibad Bernsdorf - vorbei, deren Anbindung sich mit dem Bau der Modellroute verbessern sollen.

Dieser Radweg ist bereits in Planung

Das Bahnhofsareal in Altendorf soll irgendwann von Radfahrern erobert werden.
Das Bahnhofsareal in Altendorf soll irgendwann von Radfahrern erobert werden.  © Ralph Kunz

Zwischen Wüstenbrand und dem Küchwald soll ab 2021 einer der attraktivsten Radwege von Chemnitz entstehen. 

Die dafür nötigen Flächen hat die Stadt von der Deutschen Bahn erworben. Mit dem Rückbau wurde bereits begonnen.

Bagger haben Gleisbett und Schienen entfernt. Gebaut werden soll der 13 Kilometer lange Radweg in vier Teilabschnitten beginnend ab Wüstenbrand. 

Der Zeitplan hängt von bewilligten Fördermitteln ab. Als westlicher Startpunkt der Strecke will Hohenstein-Ernstthal Radler bis in die Stadt locken. 

Dafür soll das innerstädtische Radnetz auf Vordermann gebracht werden. Fördermittel von über einer Million Euro wurden vor Kurzem bewilligt.

Titelfoto: STEPMAP/Kristin Schmidt

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