Endlich Sonne satt, doch die Freibäder sind zu! "Anbaden" noch nicht in Aussicht

Chemnitz - Für Sonntag und die nächsten Tage wird Bombenwetter mit Temperaturen um die 25-Grad-Marke vorhergesagt - eigentlich optimales Freibad-Wetter. Nun ja! In den städtischen Freibädern laufen zumindest die Vorbereitungen auf Hochtouren, um nach/trotz Corona zu öffnen. Allerdings wird das Baden dann zunehmend zur Luxusveranstaltung.

Alles wird derzeit fit gemacht, auch wenn die Chemnitzer Freibäder wegen den Corona-Maßnahmen noch geschlossen bleiben.
Alles wird derzeit fit gemacht, auch wenn die Chemnitzer Freibäder wegen den Corona-Maßnahmen noch geschlossen bleiben.  © Maik Börner

"Zum 1. Januar wurde eine neue Sportstättengebührensatzung in Kraft gesetzt, die höhere Eintrittspreise für die Hallen- und Freibäder ausweist", erläutert eine Stadtsprecherin. Begründung: gestiegene Betriebskosten. Um je 50 Cent bis 1 Euro erhöhten sich die Tageskarten-Preise in den drei Freibädern Einsiedel (jetzt 4 Euro), Gablenz (4,50 Euro) und Wittgensdorf (4 Euro).

Die Stadtverwaltung rechnet auch anderswo mit Mehrkosten. "Bei der gastronomischen Versorgung in den Chemnitzer Freibädern ist mit moderaten Preissteigerungen zu rechnen. Jedoch obliegt deren Gestaltung für das jeweilige Kioskangebot den Vertragspartnern", so die Sprecherin.

Eine weitere Misere ist die Rettungsschwimmer-Suche. Die Sprecherin: "Deren Gewinnung ist aktuell sehr schwierig, da auch die Ausbildung durch die Wasserwacht oder die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aktuell nicht stattfinden kann und auch 2020 nur sehr eingeschränkt stattfand."

Chemnitz: Beim Spaziergang im Park: Mädchen (12) sexuell missbraucht
Chemnitz Crime Beim Spaziergang im Park: Mädchen (12) sexuell missbraucht

Während die sächsische Corona-Schutzverordnung die Freibad-Öffnungen bis Anfang Juni aussetzt, prüft die Stadt derzeit, inwieweit elektronische Kontaktnachverfolgungen und technische Schnelltest-Erfassungen in den drei Bädern möglich sind. Immerhin laufen die Bauarbeiten im bis Ende 2022 entstehenden Schwimmsportkomplex Bernsdorf auf Hochtouren - der längere Winter sorgte für Verzögerungen.

Unsere Bäder in Zahlen: Von Wasservolumen über Badegäste bis hin zu Rettungsschwimmern

Sven Lieberwirth (51), Leiter des Freibads Einsiedel, begutachtet die Filteranlage im dortigen Technikraum.
Sven Lieberwirth (51), Leiter des Freibads Einsiedel, begutachtet die Filteranlage im dortigen Technikraum.  © Kristin Schmidt

Das Hauptbecken im Freibad Einsiedel fasst 850 Kubikmeter Wasser, das entspricht 5667 vollen Badewannen mit einem Volumen von jeweils 150 Liter.

Ist dieses in Betrieb, werden pro Stunde rund 40 Prozent des Beckeninhalts von je zwei Druckfiltern und Umwälzpumpen gereinigt.

Das Gablenzer Schwimmerbecken fasst 1750 Kubikmeter Wasser, was insgesamt mit 11.667 Badewannen zu vergleichen ist.

Chemnitz: Holzlatten-Attacke in Chemnitzer Innenstadt: Mann (31) verletzt
Chemnitz Crime Holzlatten-Attacke in Chemnitzer Innenstadt: Mann (31) verletzt

Sogar noch größer ist das Wittgensdorfer Kombibecken, welches gleich 1950 Kubikmeter Wasser fasst - etwa 13.000 Badewannen.

Die Anfang Juni begonnene Freibad-Saison 2020 (Normal-Start: Anfang Mai) nutzten insgesamt 58.367 Besucher. Die meisten von ihnen - insgesamt 24.489 - kamen ins Gablenzer Freibad.

Wassermassen: Das Einsiedler Planschbecken (v.) fasst 45 Kubikmeter (oder 300 Badewannen), das Hauptbecken satte 850 Kubikmeter Wasser.
Wassermassen: Das Einsiedler Planschbecken (v.) fasst 45 Kubikmeter (oder 300 Badewannen), das Hauptbecken satte 850 Kubikmeter Wasser.  © Maik Börner
Die Baustelle des neuen Schwimmsportkomplexes in Bernsdorf macht Fortschritte. Kosten: 15,3 Millionen Euro.
Die Baustelle des neuen Schwimmsportkomplexes in Bernsdorf macht Fortschritte. Kosten: 15,3 Millionen Euro.  © Maik Börner
Herein ins kühle Nass! Während die Saison 2020 einen Monat später anlief, steht 2021 noch alles in den Sternen.
Herein ins kühle Nass! Während die Saison 2020 einen Monat später anlief, steht 2021 noch alles in den Sternen.  © Kristin Schmidt

Dabei wachten 25 Rettungsschwimmer über die drei Bäder, ihr Stundenlohn beträgt 11 Euro brutto.

Titelfoto: Kristin Schmidt

Mehr zum Thema Chemnitz: