Mehr Online-Handel wegen Corona: "Echte Gefahr für die Innenstädte"

Chemnitz - Wird die Corona-Krise die Einzelhändler gleich zweimal schädigen? IHK-Einzelhandelsexperte Bert Rothe (48) schlägt Alarm: "Erst mussten alle Läden schließen. Darum kaufen jetzt viele im Internet. Es könnte passieren, dass diese Kunden nach Wiedereröffnung der Geschäfte beim Online-Handel hängen bleiben."

Baut zur Vorsicht neben ihrem Laden einen Online-Shop auf: Daniela Anis (31) am Brühl.
Baut zur Vorsicht neben ihrem Laden einen Online-Shop auf: Daniela Anis (31) am Brühl.  © Sven Gleisberg

Um 13 Prozent stiegen die Online-Verkäufe vergangene Woche. Bert Rothe glaubt, dass die Bestellungen im Netz weiter zunehmen werden während der Corona-Krise, dass viele auf den Online-"Geschmack" kommen und nach Aufhebung der Sperren gar nicht mehr in die Stadt gehen zum Einkaufen. "Da droht eine echte Gefahr für die Innenstädte."

Dieses Szenario hat Reisebüro-Chefin Elke Dörn (Kleins Reiseservice, Lützowstraße) ebenfalls schon durchgespielt. "Das hätte fatale Folgen für die Zentren. Wenn die Kunden künftig noch mehr online buchen, geht's für mich um die Existenz."

Daniela Anis (31), die am Brühl die Boutique "The Ginger Concept Store" betreibt, denkt zweigleisig. Einerseits ist sie optimistisch, dass Stammkunden wieder zurückkehren. 

Gleichzeitig baute sie einen eigenen Online-Handel auf, denn: "Ich befürchte schon, dass mehr Kunden im Netz hängen bleiben."

Düstere Vorahnungen füe die Nach-Corona-Zeit: Reisebürochefin Elke Dörn (54).
Düstere Vorahnungen füe die Nach-Corona-Zeit: Reisebürochefin Elke Dörn (54).  © Ralph Kunz

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Titelfoto: Sven Gleisberg

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