Proteste auf Neumarkt: Chemnitzer Friseure fürchten um Existenzen

Chemnitz - Die Chemnitzer Friseure bangen um ihre Existenz. Eine Verlängerung des Lockdowns über Mitte Februar hinaus würde für viele das Aus bedeuten. Vor dem Rathaus machten sie am Donnerstag auf die prekäre Lage ihres Handwerks aufmerksam.

In der Innenstadt demonstrierten die Chemnitzer Friseure.
In der Innenstadt demonstrierten die Chemnitzer Friseure.  © Ralph Kunz

Organisiert hatten den Protest Heike Resch-Saupe von der "Haarmonie" in der Kanzlerstraße und Dirk Bethmann (43) von "Bethmann & Jans" in der Bodelschwinghstraße.

"Bislang bekommen wir keine versprochene finanzielle Unterstützung vom Staat. Anträge dafür sind frühestens Mitte Februar möglich", klagt Resch-Saupe. "Wir fordern einen sicheren Termin, wann wir wieder öffnen können."

Die Solo-Selbstständige Anett Röthig (47) aus Rottluff sagt: "Es ist nicht mehr auszuhalten. Wir haben so gute Hygienekonzepte. Ich bin auch bereit, FFP2-Masken zu tragen, Hauptsache ich darf wieder arbeiten."

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Cornelia Esche (48, "Connywell") kam sogar aus Hohenstein-Ernstthal zu der Demo: "Wir können uns nicht gefallen lassen, was die Regierung mit uns anstellt."

Edgar Krug (50, "Intercoiffure") kann einen Lehrling momentan nicht richtig ausbilden.
Edgar Krug (50, "Intercoiffure") kann einen Lehrling momentan nicht richtig ausbilden.  © Ralph Kunz
Für die Solo-Selbstständige Anett Röthig (47) ist die Situation "nicht mehr auszuhalten".
Für die Solo-Selbstständige Anett Röthig (47) ist die Situation "nicht mehr auszuhalten".  © Ralph Kunz
Die Protestierenden machten auf ihre prekäre Lage aufmerksam.
Die Protestierenden machten auf ihre prekäre Lage aufmerksam.  © Ralph Kunz

"Stilbruch"-Chefin Corinna Knorr: "Diese Unsicherheit ist ungesund"

Dirk Bethmann (43, "Bethmann & Jans") und Heike Resch-Saupe ("Haarmonie") organisierten die Demo.
Dirk Bethmann (43, "Bethmann & Jans") und Heike Resch-Saupe ("Haarmonie") organisierten die Demo.  © Ralph Kunz

Der Lockdown stellt die Friseure nicht nur vor finanzielle Herausforderungen. Edgar Krug (50, "Intercoiffure") berichtet: "Ich habe einen Azubi im dritten Lehrjahr, der kurz vor der Gesellenprüfung steht. Momentan kann er zu Hause nur an einer Puppe üben."

"Stilbruch"-Chefin Corinna Knorr (56) beklagte in einer hochemotionalen Rede ein fehlendes Konzept für das Leben mit dem Virus: "Wir müssen jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen und Revolte machen."

Dazu sollten sich die Friseure untereinander besser vernetzen.

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"Diese Unsicherheit ist ungesund, sowohl für uns als auch für unsere Kunden. Sie macht krank und schwermütig. Wir müssen wieder arbeiten, denn wir sind Psychiater, Seelsorger, Freunde und Vertraute. Wir machen Menschen schön und sorgen für ihr Wohlbefinden."

Titelfoto: Ralph Kunz

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