Entsorger hat große Finanzprobleme: ASR braucht mehr als 5 Millionen Euro Kredit

Chemnitz - Nächste Runde im endlosen Chemnitzer Müllpreis-Zoff. Die geplante Erhöhung der Abfallgebühren ist noch nicht reif für die Tonne - und kommt im nächsten Stadtrat erneut auf die Tagesordnung. Dem städtischen Abfallbetrieb ASR sollen indes rund 5 Millionen Euro Kredit von der Verwaltung gewährt werden.

Die geplante Erhöhung der Müllgebühren ist noch nicht vom Tisch. Bis ein Beschluss des Stadtrates vorliegt, kämpft der städtische Abfallbetrieb mit den finanziellen Folgen.
Die geplante Erhöhung der Müllgebühren ist noch nicht vom Tisch. Bis ein Beschluss des Stadtrates vorliegt, kämpft der städtische Abfallbetrieb mit den finanziellen Folgen.  © Kristin Schmidt

Eigentlich war eine Erhöhung der Müllgebühren (die erste seit zwölf Jahren) längst überfällig. Die Betriebskosten übersteigen die Einnahmen, auch wegen der Entwicklung bei Kraftstoffpreisen und Mindestlöhnen.

Die Stadt musste dieses Defizit bereits im Januar ausgleichen. Deshalb sorgte der Nicht-Beschluss des Stadtrates im Februar für Verwunderung.

Nun liegt eine neue Kostenkalkulation vor, die der Stadtrats-Debatte über mögliche Preismodelle "zumindest teilweise Rechnung trägt", so Oberbürgermeister Sven Schulze (50, SPD).

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Der neue Plan: Die Grundgebühren mit 37,20 Euro pro Haushalt nur um 15 Prozent erhöhen (ursprünglich waren 30 Prozent geplant). Das bedeutet aber auch: "Die durch die Chemnitzer Bürger beeinflussbare Regelentleerungsgebühr steigt etwas stärker", erklärt Ordnungsbürgermeister Miko Runkel (61).

Diese setzt sich aus Art des Mülls, Größe der Tonne und Häufigkeit der Abholung zusammen und soll beim Restmüll 18,97 EUR pro Kubikmeter und Woche kosten. Wer Geld sparen will, muss also länger auf seinem Müll sitzenbleiben und/oder mit einem kleineren Behälter auskommen.

Stadt Chemnitz will ASR mit mehr als 5 Millionen Euro helfen

Bei dem dritten Element, den Massegebühren, soll es bei den geplanten 180 Euro pro Tonne Restmüll und 62 Euro pro Tonne Biomüll bleiben. Damit ist der Vorschlag der Linken, den Müllpreis am Gewicht festzumachen, vom Tisch.

Nicht vom Tisch hingegen ist das oben beschriebene Finanzdefizit beim ASR. "Die Handlungsfähigkeit des ASR ist erheblich beschränkt", gab Kämmerer Ralph Burghart (51, CDU) in einer aktuellen Beschlussvorlage für den Stadtrat an.

Der städtischen Tochter soll deshalb ein Kreditrahmen über rund 5 Millionen Euro eingeräumt werden.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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