Keine Entlastung trotz stärkstem Rückgang des Jahres: Arbeitslosenzahl in Chemnitz sinkt

Chemnitz - Im Vergleich zum Oktober sank die Arbeitslosenzahl in Chemnitz um 260. Die Lage bleibt dennoch verhalten. Denn der Rückgang ist zum Großteil maßnahmenbedingt.

Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahmen von der Agentur für Arbeit gewinnen immer mehr an Bedeutung.  © Sven Hoppe/dpa

Wie Katrin Heinze, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz, mitteilte, gab es im November zahlreiche Bildungsmaßnahmen und somit sei der Rückgang "kein Signal für eine positive Konjunkturentwicklung".

Dennoch gewinnen die Aktivierungs- und Eingliederungsmaßnahmen immer weiter an Bedeutung. "Sie helfen vielen Menschen, wieder Anschluss im Berufsleben zu finden und ihre Chancen zu verbessern", Heinze weiter.

Im Vergleich zum Vormonat sank die Arbeitslosenzahl um 2,1 Prozent auf 12.000 und liegt derzeit bei 9,4 Prozent. Auch wenn der November damit den stärksten Rückgang in diesem Jahr verzeichnet, liegt die Zahl dennoch 5,8 Prozent höher als im Vorjahr (11.340).

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Chemnitzer Unternehmen meldeten insgesamt 356 neue Arbeitsstellen, zehn weniger als im Vormonat. Zudem ist die Zahl der freien Stellen in Chemnitz gesunken. Insgesamt wurden der Arbeitsagentur und dem Jobcenter 1706 unbesetzte Jobs gemeldet - 13 weniger als im Oktober und 612 weniger als vor einem Jahr.

Die meisten Stellen sind in Vollzeit und unbefristet zu besetzen.

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Chemnitz bildet Schlusslicht im regionalen Vergleich

Markus Schlimbach, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen.  © Sebastian Willnow/dpa

Dieselbe Tendenz zeigt sich auch bei einem Blick auf den Arbeitsmarkt in Sachsen. Landesweit waren zuletzt rund 146.000 Menschen arbeitslos gemeldet - 1800 weniger als im Oktober. Aber auch hier wurden die Qualifizierungsmaßnahmen als Grund genannt.

Auf lange Sicht liegt die Zahl der Arbeitslosen so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr in einem November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren fast 7400 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag wie im Oktober bei 6,8 Prozent.

Im regionalen Vergleich gibt es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bei einer Quote von 5,3 Prozent am wenigsten Arbeitslose. Die Kulturhauptstadt Chemnitz bildet mit 9,4 Prozent das Schlusslicht.

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Im Branchenvergleich gewann das Sozial- und Gesundheitswesen, das einen Beschäftigungsaufbau verzeichnen konnte. Im verarbeitenden Gewerbe ging die Beschäftigungsrate hingegen stark zurück.

Für Markus Schlimbach, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Sachsen, sind die steigenden Entlassungen in der Industrie "ein deutliches Alarmsignal".

Die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung schlage jetzt voll auf den Arbeitsmarkt durch. Die Bundesregierung müsse schnell einen Weg aufzeigen, wie die Industrie stabilisiert werden könne.

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