"Ohne uns kein Geschäft": Auch in Freiberg und Altenberg wird gestreikt

Freiberg/Altenburg - Neben vielen anderen Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird am Freitag auch in Freiberg und Altenburg gestreikt.

Mit Parolen wie "Ohne uns kein Geschäft" machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzelhandel auch in Freiberg und Altenburg auf sich aufmerksam.
Mit Parolen wie "Ohne uns kein Geschäft" machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzelhandel auch in Freiberg und Altenburg auf sich aufmerksam.  © Paul Zinken/dpa

Grund dafür sind die aktuell unterbrochenen Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und Arbeitgebern im Einzelhandel. Betroffen davon sind die Unternehmensketten Kaufland, Edeka, IKEA, H&M, Aldi und Primark.

Die Streikkundgebungen am Freitag finden gegen 10 Uhr vor dem Kaufland am Bebelplatz in Freiberg sowie vor dem Kaufland 1 in der Kauendorfer Allee 20 in Altenburg statt.

"Teilweise streiken die Beschäftigten seit Dienstag. Die Streiks werden diese Woche bis zum Samstag fortgesetzt", so ver.di Streikleiterin in Freiberg, Andrea Busch.

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"In Thüringen treffen sich streikende Einzelhandelsbeschäftigte heute am Freitag vor dem Kaufland 1 in Altenburg", informiert ver.di Streikleiter Ronny Streich. "Jeden Tag sehen die Verkäuferinnen, wie die Preise steigen. Wir wollen echte Tariferhöhungen und keine Almosen."

"Ich hoffe, die Arbeitgeber wachen endlich auf, bis dahin werden wir aber immer wieder für Störungen im geschäftlichen Ablauf sorgen", so ver.di-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

"Unsere Streiks stoßen auf großes Verständnis bei der Kundschaft, die wissen, was die Einzelhandelsbeschäftigten in den letzten 20 Monaten geleistet haben. Trotz Pandemie, trotz Sorge um die eigene Gesundheit, jeden Tag zur Arbeit zu gehen, um die Versorgung aufrecht zu erhalten, dann verlangt nach Anerkennung", so Lauenroth-Mago.

Auch in Nordrhein-Westfalen versammeln sich zahlreiche Mitarbeiter aus dem Einzelhandel. So wie hier bei der zentralen Kundgebung in Bochum mit ungefähr 2500 Teilnehmern.
Auch in Nordrhein-Westfalen versammeln sich zahlreiche Mitarbeiter aus dem Einzelhandel. So wie hier bei der zentralen Kundgebung in Bochum mit ungefähr 2500 Teilnehmern.  © Bernd Thissen/dpa

Bisher ist keine Einigung in Sicht

Jörg Lauenroth-Mago, Verhandlungsführer von ver.di, kämpft gegen eine 2-Klassen-Gesellschaft im Einzelhandel.
Jörg Lauenroth-Mago, Verhandlungsführer von ver.di, kämpft gegen eine 2-Klassen-Gesellschaft im Einzelhandel.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Am 13. September endete die vierte Verhandlungsrunde für die 280.000 Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergebnislos. Am 4. Oktober wird weiterverhandelt.

"Für uns ist klar, es muss zu einer echten Reallohnerhöhung in diesem Jahr kommen und eine 2-Klassen-Gesellschaft wird es mit uns nicht geben", so ver.di-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

Ver.di fordert unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus soll ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde festgeschrieben werden.

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Die Arbeitgeber hingegen bieten einen Drei-Jahresabschluss und für das erste Jahr nach zwei Nullmonaten zwei Prozent, für das zweite Jahr 1,4 Prozent und für das dritte Jahr zwei Prozent.

Am 13. September konnten sich ver.di und die Arbeitgeber hierbei nicht einigen.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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