Chemnitz: CWE zahlt Tausende Euro, um einen Preis zu gewinnen

Chemnitz - Diese Preise waren teuer: Das Kulturhauptstadt-Team gewann kürzlich zwei wohlklingende Auszeichnungen. Wobei "gewinnen" nicht die ganze Wahrheit ist: Sie zahlte dafür mehr als 7500 Euro! Die federführende CWE (Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft) sieht darin keinen Etikettenschwindel, sondern eine lohnenswerte Investition.

CWE-Chef Sören Uhle (46) sieht in der Auszeichnung einen großen Gewinn für die Kulturhauptstadt.
CWE-Chef Sören Uhle (46) sieht in der Auszeichnung einen großen Gewinn für die Kulturhauptstadt.  © Maik Börner

Die Freude war groß, als im Juni zwei "German Brand Awards" nach Chemnitz kamen. Die Auszeichnung wird jährlich vom Rat für Formgebung in Frankfurt am Main verliehen. Die Stiftung selbst bezeichnet den "German Brand Award" als "einen der wichtigsten deutschen Markenpreise".

Die Kulturhauptstadt-Kampagne hat einen Preis als "Winner" (Gewinner) und einen zweiten Preis als "Special Mention" (besondere Erwähnung) in der Kategorie "Excellence in Brand Strategy and Creation" (etwa: hervorragende Markenstrategie und -entwicklung) gewonnen.

Doch die Preise hatten ihren Preis. Wer am "German Brand Award" teilnehmen will, muss zunächst eine Gebühr bezahlen - und jeder Preis wird nicht etwa "nur" verliehen, sondern noch mal extra entlohnt.

Das Bewerbungsbuch in den "Lulatsch"-Farben hat die Jury überzeugt.
Das Bewerbungsbuch in den "Lulatsch"-Farben hat die Jury überzeugt.  © Peggy Schellenberger

Auszeichnung sei nicht gekauft

Am Rathaus prangen die Kulturhauptstadt-Banner. Die Freude über den Titel lässt sich die Stadt einiges kosten.
Am Rathaus prangen die Kulturhauptstadt-Banner. Die Freude über den Titel lässt sich die Stadt einiges kosten.  © Maik Börner

Die beiden Kulturhauptstadt-Auszeichnungen kosteten insgesamt 6600 Euro, dazu kamen Teilnahmegebühren von rund 1000 Euro.

Laut CWE-Chef Sören Uhle (46) ist das gängige Praxis: "Bei Preisen werden fast überall Gebühren fällig", sagt er. Die Auszeichnungen seien deswegen aber keineswegs gekauft. "Nur weil man den Betrag bezahlt, heißt das nicht, dass man den Preis bekommt", erklärt Uhle.

Die "German Brand Awards" erfreuten sich 2021 großer Beliebtheit: "Es gab insgesamt 1134 Einreichungen, verliehen wurden 581 Auszeichnungen", so eine Stiftungs-Sprecherin. Den "Winner"-Titel teilt sich die Kulturhauptstadt-Kampagne übrigens mit 20 anderen Gewinnern.

Chemnitz: Heute noch nichts vor? Wir haben ein paar Tipps zum Sonntag
Chemnitz Kultur & Leute Heute noch nichts vor? Wir haben ein paar Tipps zum Sonntag

CWE-Chef Sören Uhle zufolge sollen die Preise ein nachhaltiger Gewinn für Chemnitz sein. Denn ihr hohes Ansehen biete die Möglichkeit, weitere Partner für die Kulturhauptstadt zu gewinnen. "Es ist eine Investition, um die Budgets der Zukunft zu bauen."

Titelfoto: Maik Börner

Mehr zum Thema Chemnitz2025: