Risikopatient muss fast vier Stunden warten! Chemnitzer Corona-Testcenter soll größer werden

Chemnitz - Überfordert und chaotisch: Das Corona-Testcenter an der Messe steht in der Kritik. Anfang Oktober wurden pro Tag durchschnittlich 64 Personen getestet, derzeit sind es fast 150. Drucker und Computer fielen aus, Patienten wurden weggeschickt. Nun ist von Umzug die Rede.

Risikopatient Thomas Winkler (50) ist enttäuscht von Gesundheitsamt und KV. Er wartete fast vier Stunden auf einen Corona-Test in der Messe.
Risikopatient Thomas Winkler (50) ist enttäuscht von Gesundheitsamt und KV. Er wartete fast vier Stunden auf einen Corona-Test in der Messe.  © Ralph Kunz

"Familien mit Kindern wurden wieder weggeschickt. Es herrschte das blanke Chaos. Das Personal war überfordert, suchte sogar nach IT-Experten in der Warteschlange", schildert eine Lehrerin (28) die Situation vor Ort. Sie musste wieder gehen, sollte am nächsten Tag zum Test kommen. 

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) widerspricht: "Die Kollegen testen alle, die im Öffnungszeitraum vorstellig werden."

Drei Mitarbeiter sollen einen schnellen Ablauf sicherstellen, aber die Wartezeiten bleiben lang. Krebs- und Risikopatient Thomas Winkler (50) harrte fast vier Stunden aus. Die telefonische Krankschreibung mit Husten, Halskratzen und Fieber klappte noch. Dann empfahlen KV und Rettungsdienst ihm, Bus und Bahn für den Weg an die Messe zu nehmen. Trotz Symptomen. 

Ein mobiler Test blieb dem Schwerbehinderten versagt. Auch das Gesundheitsamt half nicht. "Organisation, Ablauf und Info-Lage waren grottenschlecht", sagt Winkler.

Im roten Warte-Bereich vor der Messe parken Autos dicht an dicht und mit offenen Fenstern. Fußgänger müssen frieren.
Im roten Warte-Bereich vor der Messe parken Autos dicht an dicht und mit offenen Fenstern. Fußgänger müssen frieren.  © Ralph Kunz
Das neue Corona-Testcenter soll in den ehemaligen Praktiker an der Hermann-Pöge-Straße in Bernsdorf umziehen. KV, Stadt und Eigentümer verhandeln.
Das neue Corona-Testcenter soll in den ehemaligen Praktiker an der Hermann-Pöge-Straße in Bernsdorf umziehen. KV, Stadt und Eigentümer verhandeln.  © Ralph Kunz

Laut Stadt gibt es für eine kommunale Station kein Budget, die KV sorge für genug Kapazität. 

Beide planen nun einen Umzug in den ehemaligen Praktiker an der Hermann-Pöge-Straße. "Es gibt Gespräche mit der KV", schreibt die Stadt. Seitens KV heißt es: "Aktuell ist dieser Standort in Planung."

Titelfoto: Ralph Kunz

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