Gästeführerin entdeckt geheimes Ofenmuseum in Chemnitz

Chemnitz - Hier schlummern vergessene Schätze: Auf dem Chemnitzer Sonnenberg versteckt sich ein "Ofenmuseum". Dort gibt es prachtvolle Kachelöfen aus der Zeit um 1900 zu bestaunen. Wie sie dort hinkamen, ist ein Rätsel - ebenso wie ihre Zukunft.

Edeltraud Höfer (65) hat die Kachelöfen wiederentdeckt. Einer davon (r.) soll aus dem Siegertschen Haus stammen.
Edeltraud Höfer (65) hat die Kachelöfen wiederentdeckt. Einer davon (r.) soll aus dem Siegertschen Haus stammen.  © Uwe Meinhold

Die Chemnitzer Gästeführerin Edeltraud Höfer (65) stieß kürzlich auf das "Ofenmuseum" in einem Hinterhof des Sonnenbergs: ein großer Raum voller Kachelöfen aus der Gründer- und Jugendstilzeit.

"An den Spinnweben hat man gesehen, dass hier schon lange niemand mehr war", sagt sie.

Die Öfen kamen laut den Beschriftungen teilweise vom Kaßberg, einer soll aus dem Siegertschen Haus am Markt stammen, einem der ältesten Häuser der Stadt.

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Edeltraud Höfer nahm Kontakt mit dem Eigentümer auf, dem Großvermieter GGG. Verwalterin Antje Süß (53) hat eine Vermutung, wann die Kachelöfen hier Einzug hielten: "Es kann nur nach der Wende passiert sein, als unser Bestand saniert wurde."

Das "Ofenmuseum" beherbergt auch eine große Wäschemangel, die laut Plakette in der Maschinenfabrik von Richard Hartmann gefertigt wurde. Daneben steht ein riesiger Fernseh- und Radio-Schrank mit eingebauter Bar, gefertigt im "VEB Sachsenwerk" in Radeberg.

In diesem Hinterhof-Gebäude auf dem Chemnitzer Sonnenberg liegt das "Ofenmuseum" verborgen.
In diesem Hinterhof-Gebäude auf dem Chemnitzer Sonnenberg liegt das "Ofenmuseum" verborgen.  © Uwe Meinhold
Auch eine Wäschemangel aus der Hartmann-Fabrik versteckt sich in dem vergessenen Raum.
Auch eine Wäschemangel aus der Hartmann-Fabrik versteckt sich in dem vergessenen Raum.  © Uwe Meinhold
GGG-Sprecher Erik Escher (39) präsentiert den Fernseh- und Radio-Schrank aus dem "VEB Sachsenwerk" Radeberg.
GGG-Sprecher Erik Escher (39) präsentiert den Fernseh- und Radio-Schrank aus dem "VEB Sachsenwerk" Radeberg.  © Uwe Meinhold
Ein Kachelofen aus der Jugendstil-Zeit um 1900, mit einem Mini-Gemälde der Shakespeare-Figur Falstaff.
Ein Kachelofen aus der Jugendstil-Zeit um 1900, mit einem Mini-Gemälde der Shakespeare-Figur Falstaff.  © Uwe Meinhold
Die Kachelöfen mit den prächtigen Verzierungen stammen teils vom Chemnitzer Kaßberg.
Die Kachelöfen mit den prächtigen Verzierungen stammen teils vom Chemnitzer Kaßberg.  © Uwe Meinhold

Für die Öffentlichkeit ist der Hinterhof-Raum nicht zugänglich. GGG-Sprecher Erik Escher (39) hofft, dass die Kachelöfen ein neues Zuhause finden: "Wenn eine städtische Einrichtung Interesse hätte, könnten wir uns gerne über eine Leihgabe unterhalten", sagt er.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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