Chemnitzer Öko-Konto ist im Plus: Stadt wird immer grüner!

Chemnitz - Gute Nachricht für alle Chemnitzer: Ihre Stadt wird immer grüner! Unter den drei sächsischen Großstädten laufen in Leipzig und Chemnitz die meisten Ausgleichs-Begrünungs-Maßnahmen. Auch eigentlich versiegelter Chemnitzer Stadtraum soll weiter grün bleiben.

Wenn die "Neue Johannisvorstadt" zwischen Tietz und Zschopauer Straße fertig ist, soll es auf ihr grün sprießen.
Wenn die "Neue Johannisvorstadt" zwischen Tietz und Zschopauer Straße fertig ist, soll es auf ihr grün sprießen.  © Sven Gleisberg

Grundlage für die Ausgleichsgrünflächen ist die 2008 eingeführte Sächsische Ökokonto-Verordnung. 

Dafür infrage kommen Flächen und Maßnahmen, die Funktionen, Vielfalt, Eigenarten und Schönheit des jeweiligen Landschaftsbildes aufwerten. 

Zur Monatsmitte registrierte das Umweltministerium 279 sogenannte Kompensationsflächen in Chemnitz. 

Das knapp 80 Quadratkilometer große Leipzig kommt derzeit auf 285 (Dresden: 139). 

"Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum 2008 bis heute. Von der Straßenbauverwaltung wurden jedoch auch ältere Daten zu Straßenbauvorhaben - teilweise zurück bis 1990 - nacherfasst", so eine Sprecherin.

In Chemnitz buchen Grünflächen- und Umweltamt auf das Ökokonto.

 "Dieses Jahr erfolgte die Anlage einer Vogelinsel auf dem Großen Murschnitzer Teich in Wittgensdorf. In den Jahren 2018 und 2019 wurden sechs Ausgleichsprojekte umgesetzt, darunter eine Streuobstwiese in Rottluff und die Renaturierung des Weberteichs im Zeisigwald", schildert ein Stadtsprecher.

Die mehr als hundert Jahre alte Kläranlage in Heinersdorf wurde auch zurückgebaut, um wieder mehr Naturraum zu schaffen.
Die mehr als hundert Jahre alte Kläranlage in Heinersdorf wurde auch zurückgebaut, um wieder mehr Naturraum zu schaffen.  © Kristin Schmidt
Vogelparadies: Die Schutzinsel im großen Murschnitzer Teich.
Vogelparadies: Die Schutzinsel im großen Murschnitzer Teich.  © Ralph Kunz
Rettet die Bäume! Das machte im September das Grünflächenamt mit zwei Linden.
Rettet die Bäume! Das machte im September das Grünflächenamt mit zwei Linden.  © Sven Gleisberg

Zentrale Kläranlage in Heinersdorf als regelrechtes Biotop

Freut sich über die umweltfreundliche Sanierung der zentralen Kläranlage: ESC-Sprecherin Beate Bodnár.
Freut sich über die umweltfreundliche Sanierung der zentralen Kläranlage: ESC-Sprecherin Beate Bodnár.  © Klaus Jedlicka

Eines der größten und erfolgreichsten Projekte ist die 1916 eröffnete zentrale Kläranlage in Heinersdorf.

"Bei ihr ist ein regelrechtes Biotop entstanden", freut sich Beate Bodnár, Sprecherin des städtischen Entsorgungsbetriebes. 

Mit rund 130 Millionen Euro wurde der Standort seit Mitte der Neunziger nicht nur auf moderne und automatisierte Technik umgestellt, sondern auch "grün" zurückgebaut.

Auch bei Baumaßnahmen im Zentrum - auf eigentlich versiegelten Flächen, die daher nicht für das Ökokonto in Frage kommen - ist Ausgleichs-Grün vorgesehen. 

So sollen die Dächer der 13.000 Quadratmeter großen "Neuen Johannisvorstadt" zu 80 Prozent mit Rasen gefüllt werden. 

Laut den Planern dient es als Ersatz-Biotop für gefällte Bäume - etwa 160 müssen weichen. 

Erst im September setzte das Grünflächenamt zwei 25 Jahre alte Linden von der Johannisvorstadt-Baustelle in den nahen Park der Opfer des Faschismus um. Zudem will die Stadt bis Mitte März 149 neue Straßenbäume in Chemnitz pflanzen.

Titelfoto: Ralph Kunz

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