Chemnitzer Stromversorger in Gefahr: Eins Energie verklagt EU-Kommision

Chemnitz - Kampf David gegen Goliath um den Strom-Markt: Der regionale Energieversorger Eins verklagt mit zehn weiteren Stadtwerken die EU-Kommission (Chefin: Ursula von der Leyen, 62, CDU). Es geht um die von ihr genehmigte Aufteilung des Energiemarktes durch die Giganten RWE und EON.

Kampf gegen das Strom-Monopoly: Eins-Chef Roland Warner (56) verklagt die EU-Kommission.
Kampf gegen das Strom-Monopoly: Eins-Chef Roland Warner (56) verklagt die EU-Kommission.  © Maik Börner

2019 teilten die Firmen den Markt neu auf - RWE übernimmt die Stromerzeugung von EON, dafür verzichtet RWE zugunsten von EON auf Stromnetze und Endkundengeschäft. Nach dem Bundeskartellamt genehmigte die EU-Kommission diesen Deal.

Eins-Chef Roland Warner (56) sieht die 850 deutschen Stadtwerke bedroht: "Bei diesem Strom-Monopoly ist der Wettbewerb in Gefahr. EON wird mit 20 Millionen Kunden zum Strom-Grundversorger in zwei Dritteln von Deutschland.

Da werden kommunale Versorger wie Eins mit 400.000 Kunden vom Markt verdrängt. Und am Ende steigen die Preise."

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Dagegen haben elf Stadtwerke (darunter Dresden und Leipzig) Klage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht. "Allein können wir diesen Prozess nicht stemmen", sagt Roland Warner. "Die Kosten dürften bei drei Millionen Euro liegen."

Er nennt den Deal "skandalös" - auch weil die Bundesregierung die Konzerne unterstütze. Doch Eins wehrt sich mit der Macht eines David: Am Freitag startete die Kampagne "Wir spielen nicht mit" im Netz und in sozialen Medien.

Nach der Marktbereinigung durch die Großkonzerne RWE und EON sieht die Chemnitzer Eins Energie den Wettbewerb in Gefahr.
Nach der Marktbereinigung durch die Großkonzerne RWE und EON sieht die Chemnitzer Eins Energie den Wettbewerb in Gefahr.  © Maik Börner

Dazu gehört eine Online-Petition und die Unterstützung grüner Stromanbieter wie Greenpeace, denn: "Dieser Deal gefährdet nicht nur Stadtwerke, sondern auch die Energiewende."

Titelfoto: Maik Börner

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