Chemnitz: Wie putzt man eine Bahn in Corona-Zeiten?

Chemnitz - Wegen des Lockdowns und aus Corona-Angst nutzen weniger Chemnitzer Bus & Bahn. Darum gab's auch weniger Müll und Dreck. Aber der Putzaufwand ist durch die strengeren Hygiene-Vorschriften höher als sonst. Im Betriebshof Adelsberg werden täglich alle Taster, Haltestangen und Ticket-Automaten desinfiziert und gereinigt. Neu eingebaute Schutz-Scheiben, die gewienert werden müssen, kommen hinzu.

Fahrzeugvorbereiter Steve Hofmann (38) von der CVAG behandelt verschmutzte Stellen vor. Erst dann fährt die Straßenbahn in die Waschstraße.
Fahrzeugvorbereiter Steve Hofmann (38) von der CVAG behandelt verschmutzte Stellen vor. Erst dann fährt die Straßenbahn in die Waschstraße.  © Ralph Kunz

"Der Aufwand ist bedeutend gestiegen", sagt Objektleiter Ralf Röderer (39) von Veolia Gebäudereinigung. Von 19.30 bis 2 Uhr wischen, kehren und putzen drei der mehr als 20 Veolia-Mitarbeiter 26 Straßenbahnen und acht Chemnitz-Bahnen von innen - sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Vorher sind sie durch die CVAG-Waschanlage gefahren. 

Besonders schmutzige Stellen an der Außenhülle müssen vorbehandelt werden. Alle sieben Tage wird eine Bahn komplett gesäubert. Der Fußboden wird gewischt, Fenster abgezogen, Sitze entfusselt, Oberflächen desinfiziert.

"Die neuen Škoda-Bahnen sind schwierig zu reinigen, denn sie haben mehr Monitore, hochglänzende Oberflächen, neue Scheibenarten und Polster, die sich noch elektrostatisch aufladen", sagt Röderer. Aber sein Team und er sind hart im Nehmen.

Bei einer wöchentlichen Unterhaltsreinigung werden die Sitzpolster gereinigt und entfusselt. Je neuer, desto elektrostatisch aufgeladener.
Bei einer wöchentlichen Unterhaltsreinigung werden die Sitzpolster gereinigt und entfusselt. Je neuer, desto elektrostatisch aufgeladener.  © Ralph Kunz
Objektleiter Ralf Röderer (39) von Veolia wischt im Betriebshof Adelsberg den Boden einer Vario-Bahn.
Objektleiter Ralf Röderer (39) von Veolia wischt im Betriebshof Adelsberg den Boden einer Vario-Bahn.  © Ralph Kunz

"Wir haben einen 24/7-Notfalldienst. Klingelt nachts das Telefon, machen wir 'Noteinsätze' in Bussen und Bahnen." Besonders zur Weihnachtsmarkt- oder Stadtfest-Zeit wird öfter Erbrochenes entfernt. Teamleiter Röderer putzt selbst mit.

"Irgendetwas ist immer, der Takt ist hoch. Aber die CVAG ist mein liebster Kunde und lässt sich die Reinigung etwas kosten." 

Titelfoto: Ralph Kunz

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