Chemnitzer Wirte bereiten sich auf schwierigen Corona-Herbst vor

Chemnitz - Für die Chemnitzer Gastronomen war der tolle Sommer nach dem Corona-Lockdown im Frühjahr ein Segen. Die meisten blicken mit einem Lächeln auf die vergangenen Monate zurück - aber mit Sorge auf die anstehende kalte Jahreszeit. Denn Gäste, die draußen essen, wird es bald nicht mehr viele geben.

André Gruhle (46) stellt transparente Trennwände zwischen die Tische im Miramar.
André Gruhle (46) stellt transparente Trennwände zwischen die Tische im Miramar.  © Uwe Meinhold

"Wir hatten unwahrscheinliches Glück, dass wir so schönes Wetter hatten und die Biergartensaison bis in den September verlängern konnten", findet André Gruhle (46, Miramar, Pelzmühle, Diebels Fasskeller). 

"Dass die Gäste innerhalb weniger Tage nach der Wiedereröffnung wiederkamen, hat Kraft gegeben, weiterzumachen und positiv in die Zukunft zu blicken." Die Verluste seien weniger schlimm als befürchtet.

Um in den Innenräumen auch im Winter 75 bis 80 Prozent der Plätze besetzen zu können, lässt Gruhle durchsichtige Trennwände zwischen den Restaurant-Tischen aufstellen. 

Auf einen zweiten Lockdown wäre man besser vorbereitet: "Wir haben nicht mehr so viele Waren auf Vorrat, könnten die Maschinerien schneller runterfahren."

Auch André Donath (55, Turm-Brauhaus) sagt: "Der Außenbereich hat im Sommer super funktioniert. Aber wir haben immer noch Probleme, weil der Brauclub komplett weggebrochen ist." 

Mit zusätzlichen Heizstrahlern sollen die Gäste noch für längere Zeit auf der Terrasse sitzen können.

André Donath (55) ist mit dem Sommergeschäft im Turm-Brauhaus zufrieden.
André Donath (55) ist mit dem Sommergeschäft im Turm-Brauhaus zufrieden.  © Haertelpress/Harry Härtel
Gastwirt Ehrenfried Worm (68) konnte im Sommer viel Bier für seine Besucher zapfen.
Gastwirt Ehrenfried Worm (68) konnte im Sommer viel Bier für seine Besucher zapfen.  © Maik Börner

Ehrenfried Worm (68), Chef der "Grütznickels Scheune" in Ebersdorf, zieht ebenfalls ein positives Sommerfazit: "Der Umsatz hat sich dem genähert, was wir aus den vergangenen Jahren kennen. Jetzt kommt eine Zeit auf uns zu, die nicht ganz so prickelnd wird", prophezeit der Gastwirt. 

Denn im Innenbereich können nur 60 Prozent aller Tische genutzt werden. "Draußen Heizpilze aufzustellen, würde keinen Sinn machen. Raus setzt sich bei Kälte auch dann niemand."

Mit dem Sommer weniger zufrieden ist Dirk Gust (51, Ausspanne, Ratsstube): "In der Innenstadt war abends nichts los. Du schreibst knallharte rote Zahlen. Es fehlen Veranstaltungen und Reisende."

Leere im Restaurant: Dirk Gust (51) beklagt zu wenige Gäste in der Ratsstube.
Leere im Restaurant: Dirk Gust (51) beklagt zu wenige Gäste in der Ratsstube.  © Uwe Meinhold

Gust hofft, dass sich das Virus abschwächt.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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