Schock-Zahlen aus Chemnitz: So viele Menschen sind derzeit ohne Job!

Chemnitz - Es sind schockierende Zahlen: In Chemnitz gibt es mehr als 9700 Arbeitslose, davon über 1000 unter 25 Jahren. Zum Vergleich: Vor etwa einem Jahr waren es nur gut 7850 Chemnitzer, die arbeitslos waren. Die Corona-Krise hinterlässt ihre Spuren. Und ein großer Aufschwung im Arbeitsmarkt ist vorerst nicht abzusehen.

Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen (57) sieht keinen "goldenen Herbst" für dieses Jahr.
Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen (57) sieht keinen "goldenen Herbst" für dieses Jahr.  © Eric Münch

"Es wird kein goldener Herbst. Es bleibt schwierig für die Wirtschaft", weiß Sachsens Arbeitsagentur-Chef Klaus-Peter Hansen (57). Trotzdem geht Hansen davon aus, dass sich die Zahl der Arbeitslosen im Herbst dennoch reduziert. 

"Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass wir keine zweite Corona-Welle bekommen."

Mit einer Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent landet Chemnitz hinter Görlitz (8,1 Prozent) und Leipzig (8 Prozent) auf dem traurigen Platz drei der höchsten Arbeitslosigkeit in Sachsen.

Vor allem junge Leute sind von der Arbeitslosigkeit betroffen. Der Anteil junger Arbeitsloser unter 25 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr um 51,4 Prozent an. 

Insgesamt sind damit 1090 junge Chemnitzer und Chemnitzerinnen von Arbeitslosigkeit betroffen.

In Chemnitz sind aktuell 7,8 Prozent ohne Job. Ende letzten Jahres waren es nur 6,3 Prozent.
In Chemnitz sind aktuell 7,8 Prozent ohne Job. Ende letzten Jahres waren es nur 6,3 Prozent.  © Heinz Patzig

Trotz hoher Jugendarbeitslosigkeit: "Der September wird für die Jugendlichen kein Desaster"

Mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber: Rechnerisch steht jedem Jugendlichen eine freie Ausbildungsstelle zur Verfügung (Symbolbild).
Mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber: Rechnerisch steht jedem Jugendlichen eine freie Ausbildungsstelle zur Verfügung (Symbolbild).  © Felix Kästle/dpa

Doch gerade für junge Leute, die aktuell auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, gibt es gute Nachrichten: "Es gibt mehr freie Ausbildungsstellen als unversorgte Ausbildungsbewerber. Das ist eine gute Ausgangssituation für diejenigen, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben", so der Arbeitsagentur-Chef. 

Die Arbeitsagentur würde Unternehmen ermutigen, bei der Ausbildung nicht nachzulassen. Denn, so Hansen, sei die beste Quelle für die Fachkräfte von morgen die duale Ausbildung. 

Zudem verspricht er: "Der September wird für die Jugendlichen kein Desaster. Wir wollen kein Corona-Jahrgang und wir werden auch keinen bekommen."

Mitte Juni waren in Sachsen 8566 Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen insgesamt 9944 freie Ausbildungsstellen. 

Damit steht rechnerisch jedem Jugendlichen eine freie Ausbildungsstelle zur Verfügung.

Titelfoto: Eric Münch/Heinz Patzig

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