Nach Corona-Demos in Westsachsen: Polizei greift durch - über 1000 Anzeigen!

Chemnitz - Am Montagabend kam es in der Chemnitzer Innenstadt erneut zu einem Corona-Protest. Die Polizei griff durch, es kam laut ersten Informationen zu Festnahmen! Denn: Laut der sächsischen Corona-Schutzverordnung sind derartige Demonstrationen - bis auf wenige Ausnahmen - verboten.

Die Polizei verhinderte am Montagabend auf der Straße der Nationen in Chemnitz einen Corona-Protest.
Die Polizei verhinderte am Montagabend auf der Straße der Nationen in Chemnitz einen Corona-Protest.  © Sebastian Hopp

Bereits am Montagnachmittag fuhren etliche Polizeiautos in der Innenstadt vor. Die Beamten kontrollierten zunächst kleinere Gruppen.

Gegen 18 Uhr versammelten sich rund 200 Menschen am Schillerplatz und gingen in Richtung Straße der Nationen - die Polizei griff durch. Personen wurden am Boden fixiert, die Personalien wurden aufgenommen.

Die Stimmung war aufgeheizt. Einige Demonstranten riefen den Polizisten entgegen "Schämt euch!".

Insgesamt wurden in Chemnitz 150 Bußgeldverfahren angezeigt.

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Erst am vergangenen Montag waren Hunderte Corona-Gegner durch Chemnitz gelaufen. Die Polizei ließ die Gruppe gewähren - dafür lösten die Beamten aber eine linke Gegendemo auf. Für dieses Vorgehen hagelte es heftige Kritik.

Eine Person wurde von der Polizei überwältigt. Die Personalien wurden anschließend aufgenommen.
Eine Person wurde von der Polizei überwältigt. Die Personalien wurden anschließend aufgenommen.  © Haertelpress
Die Corona-Gegner wurden von der Polizei eingekesselt.
Die Corona-Gegner wurden von der Polizei eingekesselt.  © Sebastian Hopp

Hier verhindert die Polizei die Corona-Demo in Chemnitz

Auch in Freiberg wurde am Montagabend ein unzulässiger Corona-Spaziergang durch die Polizei gestoppt. Hier waren nach Polizeiangaben ungefähr 650 Menschen auf den Straßen. Von 451 Teilnehmern wurden die Identitäten festgestellt und Anzeigen gefertigt.

Auch im Erzgebirge und Mittelsachsen musste die Polizei eingreifen

In Mittweida wurden von 72 Teilnehmern die Personalien aufgenommen.
In Mittweida wurden von 72 Teilnehmern die Personalien aufgenommen.  © Sebastian Hopp

Nicht nur in Chemnitz und Freiberg musste die Polizei unerlaubte Corona-Demos unterbinden. In Zwönitz wurde am frühen Abend der Markt vorsorglich abgesperrt. In der Goethestraße hatten sich circa 60 Menschen zu einem Aufzug zusammengefunden. Gegen 44 Personen wurden entsprechende Ermittlungen eingeleitet.

In Hainichen wurde ein Aufzug von 130 Personen, teils mit Fackeln, von der Polizei gestoppt. Es wurden neun Anzeigen gefertigt.

In der Innenstadt von Mittweida wurde Ansammlung von 100 Menschen durch die Polizei unterbunden - von 72 Teilnehmern wurden die Personalien aufgenommen.

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Auf dem Marktplatz in Schneeberg stellten Polizeibeamte eine Ansammlung von ungefähr 60 Personen fest. Nach einer Ansprache durch die Einsatzkräfte verließen die Teilnehmer den Markt.

Unterstützung erhielten die Chemnitzer Beamten von Einsatzkräften aus Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen sowie der Bundespolizei. Insgesamt waren rund 800 Beamte im Einsatz und haben 717 Ordnunsgwidrigkeits- und über ein Dutzend Strafverfahren eingeleitet.

Zwickauer Polizei zieht positives Fazit, dennoch hagelte es auch hier mehrere Anzeigen

Die Polizei musste bei mehreren unangemeldeten Demonstrationen in Zwickau und Vogtland einschreiten.
Die Polizei musste bei mehreren unangemeldeten Demonstrationen in Zwickau und Vogtland einschreiten.  © B&S

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau kam es am Montag ebenfalls zu Einsätzen anlässlich des Versammlungsverbotes nach der Corona-Notfall-Verordnung.

Am späten Montagnachmittag versammelten sich circa 100 Personen in Kleingruppen am Hauptmarkt in Zwickau. Kurz nach 18 Uhr setzte sich die Gruppen in Bewegung. "Als dies erkennbar wurde, schritten Kollegen der Bereitschaftspolizei, mit dem Ziel der Auflösung, ein", wie die Polizei mitteilte. Hier wurde von den Polizeibeamten 37 Platzverweise ausgesprochen und 16 Identitäten festgestellt. Gegen 16 Teilnehmer wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen des Verstoßes gegen die aktuelle Corona-Not-Verordnung geschrieben.

In Limbach-Oberfrohna versammelten sich gegen 18 Uhr etwa 80 Personen auf dem Rathausplatz. Nach einer Ansprache durch die Polizei verließen einige Bürger den Platz. Etwa 30 Personen konnten etwas später im Bereich der Stadthalle festgestellt werden. In Limbach-Oberfrohna müssen sich 25 Teilnehmer wegen des Verstoßes gegen die Corona-Not-Verordnung verantworten.

Ein Beispiel, das man sich auch an die aktuelle Lage anpassen kann, lieferten 50 Menschen auf dem Marktplatz in Glauchau. Da sich die Personen an die Abstandsregelung und die Einhaltung der begrenzten Personenzahl hielt, war ein Einschreiten der Polizei nicht vonnöten.

In Reichenbach starteten gegen 18 Uhr etwa 50 Personen einen Aufzug vom Markt aus kommend in Richtung Postplatz. "Dieser wurde durch die Kräfte des Zwickauer Einsatzzuges an der Kreuzung Am Graben / Markt gestoppt", so die Polizei. Nach der Identitätsfeststellung wurde allen Personen ein Platzverweis ausgesprochen. Insgesamt konnten 26 Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen der Teilnahme an einer unzulässigen Versammlung gefertigt werden. Außerdem wurden drei Strafanzeigen wegen Beleidigung und eine Anzeige nach dem sächsischen Versammlungsgesetz, wegen der Durchführung einer Versammlung ohne entsprechende Anzeige, gefertigt.

Die Polizei Zwickau erhielt während des gesamten Einsatzgeschehens Unterstützung durch die sächsische Bereitschaftspolizei.

Aktualisiert: 7. Dezember, 9.00 Uhr

Titelfoto: Sebastian Hopp, haertelpress

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