Corona-Fail! Impfstoff in Chemnitzer Altenheim da, doch der Arzt fehlt!

Chemnitz - Der Impfstoff war da, das mobile Impfteam auch - nur ein Arzt fehlte! Am Montag kam es in der Seniorenresidenz Alexa auf dem Chemnitzer Kaßberg zu einer Impf-Fehlplanung.

In der Seniorenresidenz Alexa auf dem Chemnitzer Kaßberg kam es am Montag zu einer Fehlplanung beim Corona-Impfen.
In der Seniorenresidenz Alexa auf dem Chemnitzer Kaßberg kam es am Montag zu einer Fehlplanung beim Corona-Impfen.  © Sven Gleisberg

Eigentlich wollte Heimleiterin Antje Hillinger so schnell wie möglich alle Bewohner und Mitarbeiter gegen Corona impfen lassen. Der Impf-Termin am 4. Januar stand Tage zuvor fest. Schon vorher habe man die Heimleiterin gefragt, ob ein Arzt in der Einrichtung zur Verfügung stehen würde - sie verneinte.

"Wir haben uns dann einfach vorbereitet und alle Einverständniserklärungen bereitgehalten", berichtete die Chemnitzerin dem MDR: "Und dann haben wir abgewartet, ob am Montag jemand kommt oder nicht."

Und tatsächlich, das mobile Impfteam war da, die Impfdosen auch - doch weder ein Arzt noch ein medizinisch-technischer Assistent war anwesend.

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Schlussendlich gelang es der Seniorenresidenz, einen Arzt, der sich um etliche Bewohner der Einrichtung kümmert, zu überzeugen, seine Praxis am Nachmittag zu verlassen und die Impfungen durchzuführen. Eine Pflegedienstleiterin, die zu DDR-Zeiten als Krankenschwester tätig war, unterstützte den Mediziner. Sie füllte die Impfstoffe in die Spritzen.

So gelang es der Einrichtung, dennoch alle Impfungen durchzuführen. Heimleiterin Hillinger ist trotzdem sauer. Jeder mache mal einen Fehler, so die Chemnitzerin, "aber ich erwarte, dass dann auch jemand die Verantwortung übernimmt und sich vielleicht wenigstens bei uns zurückmeldet."

Der Corona-Impfstoff war da, nur ein Arzt fehlte (Symbolbild).
Der Corona-Impfstoff war da, nur ein Arzt fehlte (Symbolbild).  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

DRK-Sprecher: "Im Einzellfall kam es zu Schwierigkeiten"

DRK-Sprecher Kai Kranich (38) spricht von verzeintelten Schwierigkeiten beim Corona-Impfen in Pflegeeinrichtungen.
DRK-Sprecher Kai Kranich (38) spricht von verzeintelten Schwierigkeiten beim Corona-Impfen in Pflegeeinrichtungen.  © Steffen Füssel

DRK-Sprecher Kai Kranich (38) bestätigt gegenüber dem MDR, dass die Impfteams nicht zwingend mit Arzt unterwegs seien. Ärzte und weiteres medizinisches Personal stelle die Kasssenärztlichen Vereinigung zur Verfügung.

"Im Einzellfall kam es da zu Schwierigkeiten, aber wir haben immer auch versucht mit den Pflegeeinrichtungen selbst Lösungen zu finden."

Auf einen Lösungsvorschlag wartet Heimleiterin Antje Hillinger bis heute. Der zweite Impftermin in der Seniorenresidenz Alexa ist für den 25. Januar geplant. Ob diesmal ein Arzt anwesend sein wird - unklar!

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Vorsichtshalber hat Hillinger ihren zuständigen Arzt schonmal vorgewarnt, um im Zweifelsfall einspringen zu können.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/Pool/dpa, Sven Gleisberg

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