Chemnitzer Bogenschützen sauer: Vandalen wüteten auf Trainingsgelände

Chemnitz - Hier wurde integrative Arbeit einfach mit Füßen getreten! Weil Vandalen den Bogensportplatz in Chemnitz zerstörten, hat der Verein "Miteinander statt Gegeneinander" keine intakte Trainingsstätte mehr. Die sinnlose Zerstörungswut geht - mal wieder - zulasten ehrenamtlicher Arbeit. Der Verein hofft nun auf eine barrierefreie Lösung.

Der Vereinsvorsitzende Ronny Kienert (44) macht sich ein Bild von der zerstörten Bogensportanlage.
Der Vereinsvorsitzende Ronny Kienert (44) macht sich ein Bild von der zerstörten Bogensportanlage.  © Ralph Kunz

Bis vor Kurzem haben an der Thalheimer Straße am Südring Freizeitsportler mit und ohne Handicap Seite an Seite trainiert. Doch aktuell ist die Anlage nicht mehr nutzbar.

Vandalen haben Zielscheibe und die Halterungen der Pfeilfangnetze zerstört. Weil es nicht der erste Vorfall in den vergangenen Jahren war, ist der Vorsitzende Ronny Kienert (44) entsprechend sauer. "Es wurde auch schon zweimal bei uns eingebrochen." Ermittlungserfolge gab es nicht.

"Uns ist klar, dass unsere integrative Arbeit nicht allen Menschen schmeckt. Nur sind es dann meist die Menschen mit Behinderungen, die am meisten unter der Situation leiden."

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Das Sportangebot richtet sich an alle Menschen unabhängig von sozialer Herkunft und Handicap. "Der Spaß steht im Vordergrund. Das ist unser gelebtes Motto", sagt Kienert.

Der Verein ist mit Unterstützung des Sport- und Liegenschaftsamtes nun auf der Suche nach einer neuen Fläche.

Im Verein "Miteinander statt Gegeneinander" trainieren Sportler mit und ohne Handicap.
Im Verein "Miteinander statt Gegeneinander" trainieren Sportler mit und ohne Handicap.  © msg e.V.

Derzeit trainieren die 20 Bogenschützen in der Turnhalle in Adelsberg. "Dort gibt es aber drei Treppen und keinen Fahrstuhl. Für Rollstuhlfahrer ist das ungeeignet", so Kienert.

Titelfoto: Ralph Kunz

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