Chemnitzer Polizei jagt den Blitzer-Rowdy

Chemnitz - Seit Monaten lassen mit Farbe bewaffnete Vandalen Blitzer im Stadtgebiet "erblinden". 
Auch der Superblitzer musste schon dran glauben, wurde Ende April mit weißer Farbe besprüht.
Auch der Superblitzer musste schon dran glauben, wurde Ende April mit weißer Farbe besprüht.  © Haertelpress

Sie ziehen nachts oder in den frühen Morgenstunden durch die Straßen und beschmieren die Messfelder der Anlagen. Oder ist es die Tat eines Serientäters? 

Noch weiß die Chemnitzer Polizei nicht, ob sie ein oder mehrere Phantome jagt.

Erst vor zwei Tagen gab es zwei neue Fälle. Die stationären Anlagen an der Zwickauer Straße/Barbarossastraße sowie Neefestraße (vor Kappler Drehe) wurden mit roter Farbe besprüht. 

"Seit April sind 18 Strafanzeigen bezüglich beschmierter Geschwindigkeitsmessanlagen aktenkundig", sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht (43). 

Alle Verfahren werden zentral und im Zusammenhang im Kriminaldienst bearbeitet - eine Soko "Blitzer" gibt es bislang nicht.

Noch fehlt eine heiße Spur

Einsamer "Spitzenreiter": Das Messgerät an der Kreuzung Zwickauer Straße/Barbarossastraße wurde bereits fünfmal beschmiert.
Einsamer "Spitzenreiter": Das Messgerät an der Kreuzung Zwickauer Straße/Barbarossastraße wurde bereits fünfmal beschmiert.  © Jan Härtel

Noch fehlt den Beamten eine heiße Spur. "Es ist sowohl ein Täter, der vielfach gehandelt hat, als auch mehrere Täter, die unabhängig voneinander handeln, denkbar", so Ulbricht. 

Die Vorgehensweise ist fast immer dieselbe: "In fast allen Fällen nutzen Täter Lackfarbe, die aufgesprüht wurde." Nur einmal war es eine ölige Substanz, die sich schnell entfernen ließ.

Die Stadt gibt trotz der Vielzahl der Farbanschläge nicht klein bei. "Die Anlagen werden so schnell wie möglich gereinigt, das heißt noch am selben Tag oder am Tag nach der Beschädigung", so eine Sprecherin. 

Nur zwei Anlagen blieben beschmutzt, da sie sowieso defekt sind.

Grüne Farbe nahm dem Blitzer in der Clausstraße Mitte Juli die Sicht.
Grüne Farbe nahm dem Blitzer in der Clausstraße Mitte Juli die Sicht.  © Haertelpress
Polizeisprecherin Jana Ulbricht (43) und ihre Kollegen haben bisher noch keine heiße Spur.
Polizeisprecherin Jana Ulbricht (43) und ihre Kollegen haben bisher noch keine heiße Spur.  © Kristin Schmidt
Mit jeder Sachbeschädigung steigen auch die Kosten. Pro besprühtem Blitzer sind circa 150 Euro oder mehr fällig - macht bei 18 Fällen mindestens 2700 Euro. Ob der oder die Täter bald eine saftige Rechnung erhalten, hängt vom Fahndungserfolg der Polizei ab.

Titelfoto: Jan Härtel/Kristin Schmidt

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