Polizei will Wohnung nach Drogen durchsuchen, dann muss das Haus evakuiert werden

Chemnitz - Mit so einem Fund hatten die Polizisten nicht gerechnet: Bei einer Wohnungsdurchsuchung bei einem mutmaßlichen Dealer (32) in Chemnitz wurden nicht nur Waffen, sondern auch Chemikalien zur Sprengstoffherstellung und Munitionsteile gefunden.

Schließlich entdeckte die Polizei auch noch mehrere ausgewachsene Marihuana-Pflanzen. (Symbolbild)
Schließlich entdeckte die Polizei auch noch mehrere ausgewachsene Marihuana-Pflanzen. (Symbolbild)  © Jan Faukner/123rf

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilt, setzten die Beamten am Mittwoch den Durchsuchungsbeschluss im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Handels von Betäubungsmitteln in der Otto-Schmerbach-Straße in Siegmar um.

Ein 32 Jahre alter Bewohner des Mehrfamilienhauses steht im Verdacht, aus seiner Wohnung heraus Betäubungsmittel zu verkaufen.

"Als die Einsatzkräfte den Tatverdächtigen am Mittwochmorgen unsanft weckten, konnten sie zunächst ein verbotenes Einhandmesser sowie eine geladene Schreckschusswaffe sichern. Beides hatte der 32-Jährige griffbereit neben seinem Bett liegen", so ein Polizeisprecher.

Doch das war noch nicht alles, was die Beamten in der Wohnung des Deutschen entdeckten: "Im weiteren Verlauf der Durchsuchung stießen die Polizisten in einem der Räume auf eine Apparatur, welche augenscheinlich geeignet war, um Sprengstoff herzustellen, und ein Glasgefäß mit einer kristallinen Substanz darin", berichtet der Sprecher weiter.

Nach dem Fund wurde das Wohnhaus umgehend evakuiert und Experten des Landeskriminalamtes Sachsen hinzugezogen.

Polizei beschlagnahmt jede Menge Drogen

Schließlich konnte bei den gefundenen Gegenständen Entwarnung gegeben werden. Die Polizei stellte dann noch einen selbst gebauten Riesenböller, Chemikalien zur Sprengstoffherstellung und verschiedene Munitionsteile sicher. Außerdem wurden in der Wohnung Crystal Meth, Ecstasy, Haschisch, Marihuana, Cannabissamen, halluzinogene Pilze im Grammbereich, verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente sowie einen weiteren Schreckschussrevolver und insgesamt rund 1700 Euro Bargeld beschlagnahmt.

"Außerdem wurden drei ausgewachsene Marihuanapflanzen eingezogen, welche der Tatverdächtige in einem Aufzuchtzelt in seiner Wohnung professionell angebaut hatte. Darüber hinaus konnten auch noch Gegenstände aufgefunden werden, die offenbar aus Diebstahlshandlungen stammen", teilte die Polizei mit.

Gegen den 32-Jährigen lagen noch mehrere Haftbefehle in weiteren Verfahren wegen nicht bezahlter Geldstrafen sowie eine noch abzuleistende Restfreiheitsstrafe wegen Verstößen gegen die Bewährungsauflagen vor. Er wurde in eine JVA gebracht. Die Ermittlungen gegen den Mann dauern an.

Bei der Wohnungsdurchsuchung wurde die Chemnitzer Kriminalpolizei von Einsatzkräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Titelfoto: Jan Faukner/123rf

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