Sie soll ein Pflegekind mit dem Kopf in die Toilette gesteckt haben: Zeugenaussagen im Chemnitzer Mordprozess

Chemnitz - Im Chemnitzer Mordprozess haben Zeugen die angeklagte 67-Jährige als rabiat und unehrlich geschildert.

Annelie K. (67) soll ihren Ehemann vor siebzehn Jahren vergiftet haben.
Annelie K. (67) soll ihren Ehemann vor siebzehn Jahren vergiftet haben.  © Harry Härtel/Haertelpress

So soll Annelie K. (67) eines ihrer Pflegekinder als Strafe einmal mit dem Kopf in die Toilette gesteckt haben. Das habe sie ihnen erzählt, berichteten am Donnerstag zwei Frauen unabhängig voneinander vor Gericht.

Teils habe sie trotz Krankheit und Berufstätigkeit mehrere Pflegekinder aufgenommen - des Geldes wegen.

"Mir haben die Kinder zum Teil leid getan", bekannte eine frühere Freundin. Zudem soll sie sich immer wieder Geld von Bekannten geliehen haben. Von "Größenwahn" sprach ihre Schwägerin und dass sie sich über teure Umbauten am Haus trotz der ständigen Geldknappheit gewundert habe.

Die Anklage wirft der gelernten Sekretärin vor, im Mai 2003 ihren damaligen Ehemann heimtückisch und aus Habgier getötet zu haben. Nach Angaben der Schwägerin hat es eine Lebensversicherung auf ihren Bruder gegeben. "Ich vermute, dass eine Auszahlung erfolgt ist."

Sie schilderte die 67-jährige Deutsche als "starke, kämpferische Frau", die intelligent und gewieft sei. Bei der Beerdigung ihres Bruders sei ihr der spätere neue Partner der Angeklagten als dessen Chef vorgestellt worden. Der Umgang sei ihr damals aber schon "viel zu vertraulich" vorgekommen. Er selbst hatte vor Gericht versichert, er habe die Angeklagte erst nach dem Tod ihres Mannes kennengelernt.

Angeklagte hat Erklärung angekündigt

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat die Angeklagte ihren damals 49 Jahre alten Mann im Mai 2003 ein Hypnotikum ins Essen gemischt. Als er daraufhin zusammenbrach soll sie ihm Alkohol und Desinfektionsmittel zu trinken gegeben haben - ein Trunk, an dem er starb.

Damals war wegen Alkoholproblemen des Mannes von einem Unfall ausgegangen worden. Doch 17 Jahre später soll die Frau in einem Gespräch mit ihrer Tochter eingeräumt haben, ihren Mann getötet zu haben. Das Gespräch hat die Tochter heimlich aufgenommen.

Das Video soll am nächsten Prozesstag am 25. Januar im Gerichtssaal abgespielt werden. Außerdem hat die Angeklagte, die sich vor Gericht bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert hat, dann auch eine Erklärung angekündigt.

Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress

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