Reinfall für Rechte: Nur 45 Demonstranten in Plauen

Plauen/Zwickau/Chemnitz - Der 1. Mai sollte ein Feiertag der Rechtsradikalen und Maßnahmen-Gegner werden. Doch es wurde ein Reinfall: Während die Polizei in Zwickau 30 Personen wegen verbotener Gruppenbildung anzeigte, konnte die rechte Partei III. Weg in Plauen 45 Anhänger mobilisieren. Am Abend trafen sich 200 Teilnehmer der "Freien Sachsen" in Chemnitz.

Nur rund 45 Teilnehmer fanden den Weg zur III. Weg-Demo am Wartburgplatz in Plauen.
Nur rund 45 Teilnehmer fanden den Weg zur III. Weg-Demo am Wartburgplatz in Plauen.  © Ralph Kunz

Das Demoverbot des Landkreises Zwickau hielt vor Gericht stand. 130 Polizisten überwachten die Einhaltung.

Anders in Plauen: Das Oberverwaltungsgericht Bautzen genehmigte am Morgen eine Demo des III. Weg auf dem Wartburgplatz - aber nur für 125 Teilnehmer aus dem Vogtlandkreis. Polizeistreifen richteten an den Einfallstraßen nach Zwickau und Plauen Kontrollstellen ein, schickten Demo-Teilnehmer wieder nach Hause.

600 Beamte aus Sachsen, Niedersachsen, Bayern und der Bundespolizei sicherten Plauen ab. Zwickaus Polizeichef Lutz Rodig (57) war sauer auf die Demoerlaubnis: "Unsere Gefahrenprognose sagte etwas Anderes."

Am Ende kamen nur 45 Rechtsextremisten zum Wartburgplatz. Gegen sie protestierten DGB und Bündnis für Demokratie.

Grünen-MdL Gerhard Liebscher (65) war erbost über die Erlaubnis der rechten Demo: "Andere Städte haben das Verbot geschafft, Plauen nicht."

Demoverbot in Zwickau: Die Polizei musste wenige Gruppen auflösen, schrieb 30 Anzeigen.
Demoverbot in Zwickau: Die Polizei musste wenige Gruppen auflösen, schrieb 30 Anzeigen.  © Pro Picture/Ralph Köhler

Am Chemnitzer Karl-Marx-Kopf forderten 200 rechtsextreme "Freie Sachsen" "Widerstand gegen die Beseitigung der Grundrechte". 250 Gegendemonstranten hielten dagegen.

Titelfoto: Bildmontage: Ralph Kunz, Pro Picture/Ralph Köhler

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