Demo-Wirrwarr am Jahrestag der Krawalle in Chemnitz

Chemnitz - Es brodelt in Chemnitz: Zum heutigen Jahrestag der rechtsextremistischen Ausschreitungen 2018 marschiert das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" durch die Stadt. Widerstand aus dem rechten Spektrum kündigt sich nicht nur im Netz, sondern auch auf dem Rechtsweg an.

Bereits im August 2019 demonstrierte das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" gegen eine Kundgebung der rechtsextremistischen Bewegung "Pro Chemnitz".
Bereits im August 2019 demonstrierte das Bündnis "Chemnitz Nazifrei" gegen eine Kundgebung der rechtsextremistischen Bewegung "Pro Chemnitz".  © Kristin Schmidt

So hat Anwalt Martin Kohlmann (44, Pro Chemnitz/Freie Sachsen) vor dem Verwaltungsgericht per Eilantrag gegen die Demo geklagt - erfolglos.

Vonseiten der Stadt, so Sprecher Matthias Nowak (52), ist die Demo "Nazis nicht in Ruhe lassen! Wir klingeln euch raus!" mit 300 Teilnehmern genehmigt worden. Die Route soll über "bedeutsame Stationen der neonazistischen Szene" führen, heißt es auf der Seite des Bündnisses.

Dort waren Zwischenkundgebungen geplant - auch vor dem Haus von Rechtsextremist Kohlmann. Zwischenzeitlich wurde diese an einen anderen Ort verlegt, erklärt der Gerichtssprecher: "Der verbleibende Aufzug durch die Straße ist lediglich vorübergehender Natur und führt voraussichtlich nicht zu einer länger andauernden belagerungsähnlichen Situation mit entsprechend unzumutbarem psychischem Druck."

Chemnitz: Jugend heißt Widerstand: Klima-Protest in Chemnitz
Chemnitz Lokal Jugend heißt Widerstand: Klima-Protest in Chemnitz

In den Sozialen Medien gibt es seit Tagen heftige Scharmützel. Kohlmann schrieb etwa auf Facebook: "Ob sich das unsere Freunde von SED und Grünen richtig überlegt haben, Demos zu den Privatwohnungen politischer Gegner zu machen? Also, wir wissen auch, wo deren Haus wohnt ..."

Erik Neubert (25, Grüne, r.), Sprecher von "Chemnitz Nazifrei"
Erik Neubert (25, Grüne, r.), Sprecher von "Chemnitz Nazifrei"  © Ralph Kunz
Martin Kohlmann (44, Pro Chemnitz/Freie Sachsen) klagte gegen die heutige Demonstration von "Chemnitz Nazifrei".
Martin Kohlmann (44, Pro Chemnitz/Freie Sachsen) klagte gegen die heutige Demonstration von "Chemnitz Nazifrei".  © Hendrik Schmidt/dpa
Schicksalstage 2018: Nach der Tötung von Daniel H. sorgten rechtsextremistische Ausschreitungen deutschlandweit für Schlagzeilen.
Schicksalstage 2018: Nach der Tötung von Daniel H. sorgten rechtsextremistische Ausschreitungen deutschlandweit für Schlagzeilen.  © Sven Gleisberg
Erik Neubert (25, Grüne, r.), ist der Sprecher von "Chemnitz Nazifrei".
Erik Neubert (25, Grüne, r.), ist der Sprecher von "Chemnitz Nazifrei".  © Ralph Kunz

"Wir nehmen die Bedrohungslage ernst", sagt Bündnis-Sprecher Erik Neubert (25, Grüne). Polizei-Sprecherin Jana Ulbricht (44) erklärt gegenüber der TAG24, dass "Kundgebung und Auswirkungen im Internet thematisiert werden". Dementsprechend werde die Polizei einen Einsatz durchführen.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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