Demütigung, Einschüchterung, Schmerzen! Schwere Vorwürfe gegen Turn-Trainerin Gabriele Frehse

Chemnitz - Es sind schwere Vorwürfe, die Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer (23) gegen ihre ehemalige Trainerin Gabriele Frehse (60) am Olympiastützpunkt Chemnitz erhebt. Von Demütigungen, Einschüchterungen, und Trainingseinheiten unter Schmerzen ist die Rede! Zudem sollen den Turnerinnen Medikamente verabreicht worden sein.

Gabriele Frehse (60) und Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer (23) beim Chemnitzer Sportforum im Jahr 2015. Die 23-Jährige erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Trainerin (Archivbild).
Gabriele Frehse (60) und Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer (23) beim Chemnitzer Sportforum im Jahr 2015. Die 23-Jährige erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Trainerin (Archivbild).  © Kristin Schmidt

Jahrelang soll Trainerin Frehse ihre Schützlinge psychisch gequält haben. Dies berichten sechs Turnerinnen dem "Spiegel".

Unter anderem berichtet Pauline Schäfer, die bis 2018 am Olympiastützpunkt Chemnitz trainierte, von unangemessenen Methoden und Medikamenten, die ihr ohne ärztliche Anordnung verabreicht worden sein soll. Zudem soll Frehse sie heftig schikaniert haben.

Die Trainerin soll verletzende Sprüche wegen ihrer Figur und ihres Gewichts losgelassen haben. "Mit diesen Bemerkungen wollte sie mich bewusst kleinhalten", so Schäfer. Der Erfolgsdruck sei so groß gewesen, dass sich Mädchen im Chemnitzer Internat geritzt haben sollen, berichtet Schäfer

Auch Kunstturnerin Lisa Hill (28) erzählte dem Spiegel von Schikanen seitens Frehse: "Es ging mir zwischenzeitlich so schlecht, dass ich manchmal gedacht habe, es wäre einfacher, wenn ich nicht weiterleben würde."

Zudem erzählen Turnerinnen, dass sie von Frehse als Spitzel eingesetzt wurden. "Ich sollte ihr zum Beispiel berichten, was ein anderes Mädchen essen würde und ob da auch Schokolade bei sei", so Isabelle Marquard. Sie trainierte viele Jahre am Olympiastützpunkt in Chemnitz.

Frehse: Anschuldigungen sind "haltlos"

Olympiastützpunkt-Trainerin Gabriele Frehse (60) weist die Vorwürfe zurück.
Olympiastützpunkt-Trainerin Gabriele Frehse (60) weist die Vorwürfe zurück.  © Kristin Schmidt

Frehse selbst hält die Anschuldigungen für "haltlos". Das sagte die 60-Jährige in einem Telefonat mit dem MDR am Freitag. Es würden "viele Verleumdungen" in den Vorwürfen stecken. Gegen die heftigen Anschuldigungen will sie nun anwaltlich vorgehen.

Unterdessen kündigte der Deutsche Turner-Bund unverzüglich Konsequenzen an! Man werde die Sachverhalte ernst nehmen, so ein Pressesprecher des Turner-Bundes gegenüber dem MDR.

Gleichzeitig distanziere man sich von derartigen Trainingsmethoden.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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