Die Geburtenraten sinken: Baut Chemnitz zu viele Schulen und Kitas?

Chemnitz - In Chemnitz leben immer weniger Kinder im Grundschulalter. Die Grünen fordern deshalb einen Stopp bei Schul- und Kitabauten!

Am Hartmannplatz wird bis 2022 eine neue Oberschule gebaut.
Am Hartmannplatz wird bis 2022 eine neue Oberschule gebaut.  © Ralph Kunz

Ende September zählte die Stadt nur noch 1648 Kinder von null bis sechs Jahren. 2017 waren es 700 mehr (2350). Eine Folge sinkender Geburtenraten.

Die Zahlen hatte Stadträtin Manuela Tschök-Engelhardt (52) bei der Stadt erfragt. Für sie sind das wichtige Argumente bei der Planung von Schulen und Kitas: "Kinderzahlen schlagen in wenigen Jahren auf die weiterführenden Schulen durch. Ein neues Gymnasium in Südwest-Chemnitz muss man sich überlegen. Auch bei den Kitas bleibt die Frage, ob wir neue Kapazitäten schaffen."

Während die Stadträtin noch überlegt, schafft die Stadt Fakten. Zwei neue Kitas sind in Planung oder Bau (Louis-Braille-Straße, ab Juli 2021, Schloßstraße, ab 2022).

Dazu kommen drei neue Grundschulen (Weststraße, ab 2022, Charlottenstraße, ab 2021, Jakobstraße, ab 2023), eine Grund- und Oberschule (Planitzwiese, ab 2021) und eine Oberschule (Hartmannplatz, ab 2022).

Zudem werden die Annen-Oberschule ab 2023 in die Vettersstraße verlegt und Rottluff- sowie Keppler-Gymnasium ab 2024 erweitert. "Neue Kitas brauchen wir bei diesen Zahlen nicht mehr", sagt Christin Furtenbacher (35). Stadträtin Susann Mäder (36) findet, dass Chemnitz "genug Grund- und Oberschulen" habe.

Christin Furtenbacher (35, Grüne) hält neue Kitas in der Stadt aktuell für unnötig.
Christin Furtenbacher (35, Grüne) hält neue Kitas in der Stadt aktuell für unnötig.  © Kristin Schmidt
Zwei Mädchen sind auf dem Weg zu ihrem ersten Schultag in der Schlossgrundschule Chemnitz (Archivbild).
Zwei Mädchen sind auf dem Weg zu ihrem ersten Schultag in der Schlossgrundschule Chemnitz (Archivbild).  © Kristin Schmidt
In Zukunft könnten in den Klassenzimmern, wie hier in der Grundschule Glösa, weniger Ranzen an den Bänken hängen.
In Zukunft könnten in den Klassenzimmern, wie hier in der Grundschule Glösa, weniger Ranzen an den Bänken hängen.  © Kristin Schmidt
Manuela Tschök-Engelhardt (52, Grüne) plädiert dafür, den Bau neuer Schulen und Kitas in Chemnitz zu überdenken.
Manuela Tschök-Engelhardt (52, Grüne) plädiert dafür, den Bau neuer Schulen und Kitas in Chemnitz zu überdenken.  © Kristin Schmidt

Nur die Gymnasien bewertet sie anders: "Immer mehr Schüler wechseln dorthin. Die Lage wird langsam kritisch - und im Westen der Stadt müssten wir noch eine Lücke schließen."

Titelfoto: Ralph Kunz, Kristin Schmidt

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