Diese Dinge vermiesen den Chemnitzern ihren Sommer

Chemnitz - Immer wieder Gewalt in der Innenstadt, Baustellen ohne Ende, der öffentliche Nahverkehr ist am Limit, Parkplatzmangel und Parkkosten sowie E-Roller-Ärgernisse: Diese fünf Dinge vermiesen den Chemnitzern neben dem Wetter derzeit den Sommer.

Erst am Mittwoch kam es im Stadthallenpark zu einem Messerangriff, hier nimmt die Polizei den mutmaßlichen Täter (30) fest.
Erst am Mittwoch kam es im Stadthallenpark zu einem Messerangriff, hier nimmt die Polizei den mutmaßlichen Täter (30) fest.  © Härtelpress

Konfliktzone Zentrum: Immer wieder kommt es hier zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, oft zwischen Ausländern. Zuletzt am Mittwochabend, zwei Libyer gerieten im Stadthallenpark aneinander.

Der ältere der beiden (31) erlitt Schnittwunden, der mutmaßliche Täter (30) stand unter Cannabis-und Alkoholeinfluss.

"Bei Körperverletzungs-Delikten im Zentrum spielen oft Drogen und Alkohol eine Rolle", sagt Polizeisprecherin Jana Ulbricht.

Chemnitz: Vandalismus in Chemnitz: Haltestellen-Scheiben zerstört
Chemnitz Crime Vandalismus in Chemnitz: Haltestellen-Scheiben zerstört

Bis Ende Juni 2021 gab es 119 solcher Fälle in der Innenstadt, die meisten davon im Juni (32). Zum Vergleich: 2020 waren es bis Juli 145 (Spitzenmonat Januar: 32). Im ersten Halbjahr 2019 gab es insgesamt 157, die meisten im Mai (46). Ulbricht: "Die Pandemie hat auch hier Auswirkungen. In den Daten sind aber auch die Fälle hauslicher Gewalt im Zentrum enthalten, diese haben wegen Corona auch zugenommen."

Um zumindest draußen vorzubeugen, patrouillieren Polizei und Stadtordnungsdienst seit Mitte Juni häufiger.

Jana Ulbricht ist Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.
Jana Ulbricht ist Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz.  © Kristin Schmidt
An machen Baustellen - wie hier auf dem Kaßberg - ist kaum ein Durchkommen.
An machen Baustellen - wie hier auf dem Kaßberg - ist kaum ein Durchkommen.  © Ralph Kunz
Die CVAG haben es nicht leicht. Fahrer sind rar - vor allem für Busse.
Die CVAG haben es nicht leicht. Fahrer sind rar - vor allem für Busse.  © Ralph Kunz
Bürgermeister Michael Stötzer (48, Grüne) hat die Baustellen im Blick. Er fordert von den Chemnitzern aber mehr Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Doch bei diesem hapert es.
Bürgermeister Michael Stötzer (48, Grüne) hat die Baustellen im Blick. Er fordert von den Chemnitzern aber mehr Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Doch bei diesem hapert es.  © Uwe Meinhold

Viele Baustellen, wenig Parkplätze, nervige E-Roller

Da waren sie noch verhüllt: Mittlerweile funktionieren aber die Parkschein-Automaten im Zentrum, die Zeit kostenloser Parkplätze ist hier vorbei.
Da waren sie noch verhüllt: Mittlerweile funktionieren aber die Parkschein-Automaten im Zentrum, die Zeit kostenloser Parkplätze ist hier vorbei.  © Kristin Schmidt

Baustellen machen Chemnitz dicht: So ist auf dem Kaßberg ein großer Bereich der Barbarossastraße bis Ende November voll gesperrt, ebenso Teile der Annaberger Straße wegen Kombi-Arbeiten am Bahnbogen und der Fahrbahn (wohl bis Ende 2022).

Zudem wird vom Ende Juli bis Oktober am Autobahnkreuz Chemnitz die Überfahrt zur A 72 erneuert - der Verkehr wird einspurig. Die Zschopauer Straße im Zentrum verengt bereits die Baustelle der "Neuen Johannisvorstadt" (bis September 2022).

• Wegen den Baustellen gibt es weniger Parkplätze. Gleich 340 Stellflächen gehen durch die Johannisvorstadt flöten.

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Auf dem Baustellen-belasteten Kaßberg wird schon lange um jede Parklücke gekämpft. Zudem ist seit Anfang Juni mit dem neuen Parkraumkonzept kostenloses Innenstadt-Parken passé. "Auf den Nahverkehr umsteigen", fordert Baubürgermeister Michael Stötzer (48, Grüne)

• Der Chemnitzer Nahverkehr ist am Limit: Am Mittwoch verkündete CVAG-Chef Jens Maiwald (58) wegen Fahrermangels die Umstellung auf den spärlicher getakten Sommerferien-Fahrplan (15 statt 10 Minuten) ab dem morgigen Montag - zwei Wochen vor Ferienbeginn.

•Auch E-Roller werden immer nerviger: Viele Fahrer sind mit ihnen auch auf Bürgersteigen unterwegs, gefährden dadurch Fußgänger. Vor allem an Wochenenden greift die Polizei immer wieder betrunkene E-Roller-Führer auf. Auch wildes Abstellen in Fußgängerbereichen ist ärgerlich.

Titelfoto: Montage: Härtelpress / Ralph Kunz

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