In Freiberg geht jetzt ein Roboter baden

Freiberg - Still atmet der See! Am Freitag wurde am Kreuzteich in Freiberg der Schwimmroboter-Prototyp "Elisabeth" des RoBiMo-Systems zu Wasser gelassen. Die Abkürzung steht für robotergestütztes Binnengewässer-Monitoring. Das System misst in Echtzeit die Wasserqualität und spürt klimawirksame Gase wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas auf. 

Jörg Matschullat und Student Karsten Gustav helfen dem Schwimm-Roboter bei seiner Jungfernfahrt.
Jörg Matschullat und Student Karsten Gustav helfen dem Schwimm-Roboter bei seiner Jungfernfahrt.  © Detlev Müller

"Der erste Testlauf lief sehr zufriedenstellend. Unser Konzept für die modulare Plattform geht auf", sagt Geochemie-Professor Jörg Matschullat von der TU Bergakademie Freiberg. Die Antriebseinheit "Elisabeth" zieht die Messgerät-Plattform "Ferdinand" hinter sich her. 

An der fehlt noch eine Sensorkette, die Temperatur, Druck, pH-Wert und chemische Elemente erfasst. Auch ein Sonar zum Scannen des Gewässergrunds kommt demnächst hinzu. 

Alle gesammelten Daten werden an eine Basisstation am Ufer übermittelt. "Dort bereiten wir die Informationen mithilfe von künstlicher Intelligenz auf und visualisieren alles in 3-D", sagt Projekt-Koordinatorin Yvonne Joseph.

Ziel sei, dass der Schwimmroboter selbstständig navigiert und über und unter der Wasseroberfläche Kollisionen vermeidet. 

Das kleine See-Ungeheuer kann sich nach seiner Jungfernfahrt nicht ausruhen. Schon ab Montag testen Master-Studenten RoBiMo an der Talsperre Klingenberg weiter.

Das ist "RoBiMo": Der Schwimmroboter sammelt Wasser-Parameter und übertragt an die Ufer-Station. Dort rechnet Künstliche Intelligenz in 3-D-Wasserkarte um.
Das ist "RoBiMo": Der Schwimmroboter sammelt Wasser-Parameter und übertragt an die Ufer-Station. Dort rechnet Künstliche Intelligenz in 3-D-Wasserkarte um.  © TU Bergakademie Freiberg
Geo-Chemie-Professor Jörg Matschullat bringt auf der Modul-Plattform "Ferdinand" ein Messgerät für "RoBiMo" an.
Geo-Chemie-Professor Jörg Matschullat bringt auf der Modul-Plattform "Ferdinand" ein Messgerät für "RoBiMo" an.  © Detlev Müller

Eine große Mission soll ab 2021 anstehen: Dann sollen sogar im Amazonas-Becken überflutete Waldflächen analysiert werden.

Titelfoto: Detlev Müller

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